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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1850-01-01 · 9 Jahrgang = Jahr 5611 (1850) · p. Seite 113

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
9 Jahrgang = Jahr 5611 (1850)
Date
1850-01-01
Page
Seite 113 (sequence 112)
Language
German
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113 Jahre 1848 u. 1849. Diese wurden mit zwei Salven erwiedert. Es fielen mehrere, unter ihnen wieder Frauen. Eine Abordnung von Bürgern hatte sich nach Hos begeben, um Vorstellungen zu machen und die Stimmung der Bevölkerung vor den Thron zu bringen. Sie sollen sich sehr würdig benommen haben und auf die Abdankung Metternich's gedrungen sein. Ihre Vorstellungen fanden Gehör, und wurden von einigen Gliedern des Kaiserhauses besonders vom großherzigen Erzherzog Johann, unterstützt. Abends verbreitete sich die Kunde von Metternich's Abdankung. Das war der erste Sieg, den das Volk errungen und der wichtigste, da man daraus auf die Bereitwilligkeit des Kaisers schließen konnte, zum Glücke seines Volkes zu wirken. — In dem Universitätsgebäude hatten die Studenten sich versammelt und verlangten stürmisch, daß eine Abgesandschast zum Kaiser gehe und Waffen für sie verlange, welches ihnen auch bewilligt wurde. — Inzwischen brannte und plünderte der Pöbel in den entfernrern Vorstädten. Einige Fabriken reicher Israeliten standen in Flammen, namentlich die Cottonsabrik Granichstädters in Fünfhaus. Dienstag am 14. Die gereizte Stimmung des Volkes war nichts weniger als abgekühlt. Außer der Abdankung Metternich's und der Ernennung der Nationalgarde zur Herstellung der Ruhe war nichts bewilligt worden. Gegen Mittag verbreitete sich das Gerücht, die Preßfreiheit sei bewilligt. Alles glaubte gerne daran. Die Studenten hatten dem Gerüchte von der bewilligten Preßfreiheit keinen Glauben geschenkt. Man verlangte eine bestimmte Erklärung, ob Preßfreiheit bewilligt sei, der Ruf Preßfreiheit, Konstitution ertönte aus 10,000 Kehlen. Es erschien ein Hofbeamter mit einer Proklamation. Er machte bekannt daß die Nationalgarde bewilligt sei; von Preßfreiheit ward keine Erwähnung gethan. Allgemeiner Schrei des Unwillens. „Preßfreiheit; Konstitution!" ertönte es wieder. Unterdessen hat man einen neuen Stadtkommandanten erwählt. Man will die Sradt in Belagerungszustand erklären. Endlich kommt die gedruckte Proklamation, welche lautet: „Die Censur sei abgeschafft und ein alsbaldiges Repreffivgesetz werde veröffentlicht werden." Man ist nicht damit zufrieden, man 5 **

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