Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 333)
- Language
- German
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286 Die Unterrichts- und Erziehungsanstalten dern Zimmer mit einer Suppe betheiligt. Auch hier wie in England und Frankreich vertritt ein kleiner mit Ziegelsteinen gepflasterter und nur von einigen Bäumen beschatteter Spielplatz die bessere Stelle eines Kindergartens. Aber höchst nachahmenswerth erscheint die sowohl hier als in den anderen Schulanstalten angebrachte Ausschmückung der Wände mit passenden Sprüchen, welche zusammengenommen einen Eurs der Sittenlehre im Lapidarstyle bilden, der sich gewiß auf das bleibendeste dem kindlichen Gemüthe einprägt. *) j) Hier folgen die vorzüglicheren in deutscher Übersetzung. In den Schulzimmern sind sie mit Voranschickung des Schlagwortes hebräisch und italienisch in sehr großer Schrift auf Tafeln von Pappe aufgezogen, von welchen 2—3 an jeder Wand hängen. Stillschweigen. Das Schweigen führt zum Wissen. Liebe. Liebe Gott über Alles und deinen Nächsten wie dich selbst. Gottesfurcht. Die Furcht Gottes ist der Anfang der Erkenntniß. Gott lohnt die Guten und straft die Bösen. Wahrhaftigkeit. Der Lügenmund besteht nicht vor Gott. Der Gerechte haßt das Lügenwort. Aufmerksamkeit. Horch auf des Weisen Wort, auf daß eigene Klugheit dich dereinst leite. Folgsamkeit. Wohl dem der folgt. Wer auf den Rath hört und die Ermahnung vernimmt, gelangt zur Weisheit. Kindliche Ehrfurcht. Ehre Vater und Mutter. Dankbarkeit. Erheben wir den Namen des Höchsten, des Urquells alles Guten, und unser Gemüth wird sich auch den Menschen, die uns wohlthun, dankbar bezeugen. Ordnung. Alles hat seine Zeit. Gemüt Hs ruhe. Ein ruhiges Gewissen macht auch trocken Brod wohlschmeckend. Qando si ha Ia coscienza tranquilla, si trova huono anche il tozzo di pane. Reinlichkeit. Nichts hindert den Armen sich reinlich zu halten und dadurch Wohlgefallen statt Eckel zu erregen. Thätigkeit. Das Gemüth des Faulen wird von verworrenen Wünschen aufgezehrt. Süß schmeckt dem Arbeitsamen die Frucht seines Schweißes. Im Speisezimmer. Mäßigkeit. Der Gerechte ißt nicht mehr als er bedarf um zu leben.