Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 305)
- Language
- German
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Alexandriens Vorzeit. 257 stand noch lange nach Philopator. Das Fest ward eingesetzt, und wurde bis spät in die Zeiten der Römer gefeiert. Die Saute wieder verwittert, das Fest ist verschollen — die Erinnerung ist geblieben — Tin tröstend Echo hallet sie nach bis in die Gegenwart Hinein. Finale. Die Vlüthe ist des Baumes Traum in seines Lebens goldener Morgensonne. Die Frucht ist das Ideal, dem er in seines Lenzes sinnigem Traume entgegenstrebt. Ein flüchtiger Kuß ist die Dämmerung, die der Tag auf des Abends bleiche Wange haucht; des Mittags Sonnenstrahl ist des Himmels ausdrucksvolle Liebe. Der Frühling ist der Herold nur mit der Hoffnung grünem Blatte, der rothwangige Herbst, ist des Segens längst verheißene Gabe. Aber es ist nun einmal so — In der Erwartung liegt mehr Wonne, als im Genuffe, und die Befriedigung ermüdet eher als der Wunsch. Darum hat man in der Blüthe mehr Poesie als in der Frucht gefunden, die Morgen- und Abendsonne mehr als den Mittag besungen, und der Frühling lebt in Liedern mehr, als der Sommer und Herbst. Ein Faust dünkt jeder Jüngling sich, dem die Welt ein dumpfes enges Mauseloch, er selbst weiser als die Doktoren, Magister und Professoren sammt und sonders. Darum hat er sich der Magie der Phantasie ergeben, und will in jedem Pudel erst den Kern finden. Die Wirklichkeit ist ihm die Prosa, des Lebens Kehrseite nur. Und doch ist die Wirklichkeit nur das erreichte Ideal aller möglichen Träume. Was wirklich ist, das ist vernünftig, sagte ein deutscher Philosoph; setzen wir hinzu: Was vernünftig ist — das ist erhaben, ist poetisch. Die Geschichte ist der beste Beleg dazu. Sie ist wirklich und kein Traum, und doch —, — wer will ein kühneres Gedicht verfaßen, als die Abenteuer des historischen Weltengeistes? Nun aber ist die Religion doch die herrlichste Poesie des Lebens, die kein in Prosa verflachtes Gemüth erfaßen kann, das erstgeborene Kind der höchsten Vernunft, und die Geschichte der Religion selber ist aller Poesien höchste noch. Ich bin am Schlüsse meiner Betrachtung, denn ich brauche nur noch hinzuzufügen: Die Geschichte der Juden ist die Geschichte der Religion. — Mehr braucht es wahrlich nicht, und ich kann die obigen Blätter ohne jede Reflexion beschließen. Die Thatsachen werden selber sprechen. Nur noch folgende Notizen mögen für Heuer ihren Platz hier finden: Selim, Antigon, Kikulos und Dositheus überlebten noch lange den König Phil opator, dem sein Sohn Ptolmäus Epiphanes in der Regierung folgte, nach welchem der sechsste Ptol-