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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 226

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 226 (sequence 274)
Language
German
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IRI
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2L6 Bilder aus zu lassen. — „Worin verlangst du Unterweisung?" — „„Ich möchte wissen, was dieses Fest bedeute."" — „Es bedeutet den Untergang der Welt." — „„Wie verstehst du das?"" — „Ich verstehe es, wie nur ich es verstehe. Aber du, mein Sohn, wirst es nie verstehen. Du kennst die Dinge nur, aber nicht die Ideen davon. Aber nur die Ideen sind das wahrhafte Sein. Dieses scheinbare Sein hier ist die Erscheinung der Ideen im Konkreten." — „„Ich danke dir, mein Herr, für deine Mühe. Aber könntest du nicht deutlicher reden?"" — „So seid ihr blinde und verblendete Menschen! Ihr wollt keine Weisheit hören, die so handgreiflich ist. Man muß das Empyrische von dem Dialektischen und dieses wieder vom Idealen recht sorgfältig unterscheiden." — Ich grüße dick, mein Herr, sagte An t igon, mit einem mitleidsvollen Blicke, und wendete sich weg; denn er glaubte, der Mann sei wahnsinnig. — Er batte nie einen alerandrinischen Philosophen gehört. Antigon ging weiter und wiederum traf er einen Mann, der auch keinen Theil an dem Feste nahm, aber im Gegensätze zu jener düstern Gestalt, reich gekleidet war, und ganz gemächlich auf einem Divan an einer rekchbesetzten Tafel saß, und gar weidlich einem Pokale, mit edlem Cyprer gefüllt, zusprach. Antigon näherte sich schüchtern dem Bachushelden, der seines Gottes voll, folgendes Lied brummte: Der Libanon ist ein alter Geck, Sein Scheitel grau und Schnee die Deck'; Doch trägt den Frühling er im Schooß, Unb thut mit grünen Cedern groß! Da lob' ich mir die schwarzen Locken, Die schweren, in dem Eschkols Thal, Die laß ich mir vom Winzer brocken. Und mach' den armen Narren kahl. He da! Du Männchen vom gelobten Lande! Was schnupperst du da herum! rief er dem jungen Palästinenser zu, als er seiner gewahr wurde. „Herr, ich möchte gerne Bescheid haben!" — „„Ja Bescheid, den thu ich gern, besonders bei so edlem Cypern."" — „Ich wünschte, du gebest mir Bescheid, wenn du anders so gütig sein willst." — „„Ja gütig bin ich, das muß man mir lassen. Warum sollte ich auch nicht gütig sein? Mich freuts Gutes zu thun, und was mich freuet, das thue ich gerne, wie ich diesen Cyprer trinke, der mich auch freuet."" — „So sage mir was bedeutet dieses Fest?" — „„Närrische Frage! Es bedeutet, daß man lustig sein soll."" — „Aber warum hat man gerade diesen Tag dazu erkoren?" — „„Weil die Leute das Leben nicht verstehen. Man sollte alle Tage lustig sein.""— „Und was thun die vielen Menschen hier?" — „„Ja! die haben verschiedene Zwecke. Einige

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