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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 218

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 218 (sequence 266)
Language
German
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IRI
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Svenen in Illerandnen Am Hafen. Wo jetzt das Elend und die Dürftigkeit in krummen und schmutzigen Straßen" hausen, Armuth und Mangel den Wanderer aus dem zerfallenen Gemäuer angrinsen — da war es vormals anders! — Da thronten vor uralten Zeiten die Musen und Grazien, da weilten Glanz und Ueppigkeit, da war die Residenz prachtliebender Regenten da stand sie, die Alexandria, die Hauptstadt der Moden und der Künste, die Stadt, die von Athen Kultur und Zierde, von Persien Luxus und Weichlichkeit, und von Tyrus die goldene Wünschelruthe geerbt hatte. Wer will sie beschreiben die goldenen Palläste, die prächtigen Tempel, die glänzenden Theater und Amphitheater, ihre Gymnasien und Museen, ihre Reitschulen und Schiffswerfte! — Genug, Alexandrien war ein London, in der Industrie und im Seewesen, ein Paris im Luxus und in der Kunstliebe, ein Florenz in der Schönheit und Pracht, ein Berlin in der Meditation, ein New-Jork in der bunten Einwohnerschaft — und einzig in seiner Staatsverfaffung. Es war Mode geworden, zu erfinden, zu bauen, Bücher und Kunstwerke zu sammlen; und Niemand verstand es besser dieser Mode zu huldigen, und den Zeitgeist auf allen Seiten zu fördern, — als die alexandrinischen Regenten aus dem Hause der Ptolmäer. Niemand besaß aber auch mehr Mittel dazu als sie. Alle Küsten, Inseln und Seeplätze des östlichen Mittelmeeres gehorchten willig ihrem Scepter, und die bevölkertsten Länder gehörten zu ihrem Reiche. Ein erstaunlicher, immenser Vorrath von edlem Metalle lag in Aegypten aufgehäust, wie in keinem Staate heutzutage; und die Quelle dieser Schätze waren der blühende Anbau des Landes und ein maßlos ausgebreiteter Handel. Der Besitz des Goldes reizt zur Prachtsucht; und die Feste, welche täglich einem schaulustigen Publikum geboten wurden, bestättigen dieß nur zu sehr. Es wurde ein Pomp und Glanz bei den geringsten feierlichen Anlässen verschwendet, der selbst die Phantasie der Orientalen überstieg; und wer möchte sich daher wundern, wenn die goldenen Kränze, die zum Krönungssest (um doch Eines zu nennen) des Ptolmäus II. Philadelphus, verwendet wurden, allein bis 4,700,000 Thaler betrugen — die vielen Preise, welche an die Sieger in den Kampfspielen verabreicht wurden, und die

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