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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 216

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 216 (sequence 264)
Language
German
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IRI
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Bilder aus 216 nächsten Nachfolger des Seleucus verfielen in Schwelgerei und Despotismus, und wo sie den Juden begünstigten, so war es nur berechneter Vortheil, und die vielgekannte Treue dieses Volkes, die sie dazu Lewog. Die Juden fingen an zu ahnen, was es mit dem griechischen Geiste für einBewandtniß habe. Seleucus Philopator erdreistete sich sogar seinen Feldherrn Helidor hinzuschicken, daß er die im Tempel von Jerusalem deponirten Waisengelder plündere. Ein Wunder rettete die Juden, wie das dritte Buch der Maccabäer erzählt. 84) Was soll man erst zu der Raserei Antiochus des IV. des Epimanes (den Verrückten) wie ihn seine Zeitgenossen statt EpipHanes (des Erlauchten) nannten, sagen? Was zu dem unmenschlichen Blutbade, das er in Judea angerichtet. Es ist wahr, es mußte ihm viel daran gelegen sein, alle Volker seines Reiches griechisch zu uniformiren. Aber wo hatte man damals schon gehört, daß man Schwert, Geisel, Gefängniß, Folter und Mörderei gebrauchte, um (seiner Ansicht nach) zu bekehren? Ja dieser schamlose Wütherich entblödete sich nicht, seine blutige Geisel über ein Volk zu schwingen, das anderwärts — im Westen —geehrt und geachtet dastand, schämte sich nicht griechische Bildung zu affektiren, um seine habsüchtigen, Gott-und' Menschen-schänderischen Plane durchzuführen. Und was gewann er? Wenige Abtrünnige, faule Reiser, die dem starken Stamme entfielen, den Fluch seines Jahrhundertes, die Verachtung der Nachwelt, die Brandmarke ber Geschichte, den Haß der Juden, unter denen noch kräftige Geister lebten, die den Muth hatten die Märtyrer ihres Glaubens zu werden, und endlich durch mühselige Kämpfe sich der rasenden Herrschaft zu entziehen. Da mußte es freilich dahin kommen, daß das Griechenthum in Palästina so Ln Verruf gerieth, daß man die Beförderung griechischer Weisheit der Schweineszucht gleich '") verpönte. Und gewiß haben die Juden blos denPalästinesern, den orthodoxen Männern, die Fortdauer ihrer Nation, und die Menschheit, die Erhaltung der göttlichen Offenbarung zu verdanken. Ob sie in ihrer Jsolirtheit zu weit gegangen, mag andern Darstellungen Vorbehalten bleiben. Wenden wir uns gegen den Westen hin und sehen wir wie es den Dieses Buch, von einem völlig gräcisirt n Juden geschrieben, gjdt uns einen Beleg, wie weit sich schon die Schrjftftellerei unter den Juden dem griechischen Geiste nähere. Man lese z. B. das Ende des Buches, es lautet so. Nun will ich denn das Buch beschließen :c Habe ich meine Sache gut gemacht, sv soll es mich freuen; genügt es nicht, so that ich doch soviel in ineinen Kräften stehet u s. w. Welch eine Koquetterie mit dem Leser, dem einfachen jüdischen Style, wie er ans dem ins Griechische nur übersetztes, Band der Maccabäer sich zeigt, ganz fremd. «) Talmud «öotct F, 49und Menachoth F. 99.

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