Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 208)
- Language
- German
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258 Mein Urm-großvater Leb. „Im Namen Gottes, Worms den ersten Tag des Monats "Adar scheni, im Jahre 5328 nach Erschaffung der Welt, ParschaTezawe. Sehr geliebter Freund, auch hochgeehrter und gelahrter Herr Stadtrath und Hofbankier Adler! Später als Sie es mir versprochen, sehr geehrter Freund, haben Sie mir Nachricht von Ihnen und Ihrem Fräulein Tochter Cacilia, meiner Lieben Schülerin, gegeben. Auch war Ihr Werth es Schreiben so kur; und gemessen, daß es wohl als Nachricht, nicht aber als die so sehr gewünschte ausführliche Schilderung Ihres Lebens und Befindens dienen konnte. Bald nachdem Ihre liebe Cäcilia von ihrer Reise zurückkam, und Sie beide den herbsten Verlust erlitten — bald nach dem Tode Ihrer guten Rachel, ihr sei der göttliche Friede, Denn sie war eine der 70 frommen Frauen in Israel, verließen Sie unsere kleine fromme Stadt, um, wie ich glaubte, in der Fremde Trost und Erholung zu suchen. Gleichzeitig mir Ihrem letzten Schreiben, worin Sie mir die baldige Hochzeit Ihrer Tochter anzeigten, empfing ich ein Schreiben aus Portugal, das mir der hiesige Gesandte des dortigen Hofes eigenhändig übergab. In demselben wendet sich der dortige Thronfolger, Don P e d r o, mit der etwas überraschenden Bitte an mich, Ihrer Tochter die glühendsten Boten seiner Liebe (so schreibt er) von ihm zu überbringen, und sie bei der Ruhe und bei dem Glücke seines Lebens zu beschwören, ihm Nachricht von ihrem Befinden und dem Wohlsein des Sprößlings ihrer unvergeßlichen Liebe, seines Sohnes (so schreibt er) zu benachrichtigen. Es kömmt mir kein Wort des Urtheils hier zu. Er, der Herz und Nieren prüft, der Vergangenes wie Künftiges sieht und vor dessen Thron kein Sterblicher rein erscheint — er weiß es, was ich bei dieser Nachricht gelitten. Ich bin alt und silberweißen Haares, aber meine vielen Jahre lassen mich die Jugend nicht unüberlegt verdammen. Ich weiß, was ein königliches Wort über die festesten Männer vermag; wie erst eine zärtliche Bitte eines liebenden Prinzen und an ein Mädchen! Ich verdamme sie nicht, ob es mir auch sehr wehe thut, wenn in der fehlerlos geschrie-