Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 188)
- Language
- German
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137 Edler von Hönigsberg. mag, weil nur die landtästiche Jntabulation den rechtlichen Besitz und das unbestreitbare Eigenthum versichert, so glaubte der Regierungsrath Hönigsberg nichts versäumen zu dürfen, um sich auch von dieser Seite zu decken. Er wandte sich darum direkt an die Stände Niederosierreichs. Diese hielten das Gesuch des Juden Hönigsberg von so außerordentlicher Wichtigkeit, daß sie unter dem Vorsitze des damaligen Landesmarschaltes Grafen von Khevenhüller mehre Sitzungen veranstalteten. Man wollte die Sache unerledigt lassen, stemmte sich dagegen, machte Vorstellungen über Vorstellungen an den Hof. Endlich gedieh man zu dem Punkte, Herrn von Hönigsberg den Vorschlag zu machen, er möge zur Gültanschreibung sich einen christlichen Namen erborgen. Dazu aber war Israel Hönig der Mann nicht. Er hatte mit eiserner Konsequenz von jeher seine Wege verfolgt) er hatte gestrebt und gerungen, wie kein Anderer vor ihm, seine Tüchtigkeit und Thätigkeit hatten ihren Lohn gefunden — und den wollten sie ihm nun schmälern, er sollte seinen Namen verläugnen. Diesen Namen aber, so klein und niedrig an der Wiege, und nun durch die Gunst seiner Herrscher so hoch gehoben, wollte, durfte und konnte er nicht verläugnen. Er hätte damit sein ganzes Leben offenbar eine Lüge genannt. Ja, der damalige Staatsminister Graf von Kollowrat that ihm den Vorschlag, er wolle ihm seinen eigenen Namen leihen zur Gültanschreibung, womit er sich um so mehr begnügen konnte, als dadurch weder der rechtliche Besitz noch die Einkünfte der Herrschaft Vellm gefährdet wurden. Aber im edlen Eifer für sein Recht verbat sich Israel Hönig diese Ehre, die er in jedem andern Punkte mit dem tiefsten Dankgefühle annehmen würde; hier aber dürfe und könne er nicht. „Ich habe," sprach er zum Staatsminister, „nie eine Handlung begangen, die ich mich schämen müßte mit meinem Namen zu bezeichnen. Welche Handlungen ich im Dienste des Staates vollbracht, das wissen die gnädigen Herrscher selbst, die sie zn berücksichtigen und auszuzeichnen sich bewogen fanden. Ich habe dreien österreichischen Kaisern gedient, ich will die Gnade, die sie