Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 186)
- Language
- German
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Edler von Honigsberg. 135 auf der Prager Hochschule las und studirte, nicht gedacht hätte, daß sein Name einst den Bevorzugten des Landes sich anreihen, und das wundervolle Pergament ihm die Schranken zu den „Tournieren und Gestechen derlehenstourniergenossenen Edlen" öffnen würde. Der Jude Israel Honig, einst „Bocher," dann Vorsteher der kleinen Wolliner Gemeinde, hierauf Gefällenpächter, Negierungsrath und Gefällendirektor, wurde nun Herr von Honigsberg — der erste der Familie — und Herrschaftsbesitzer. Denn in Folge dieses Adelsdiploms gestattete Joseph, daß Honigsberg die Religionsfondherrschaft Bell m in Oesterreich käuflich an sich bringen durste. Durch eine spätere Resolution wurde verordnet, daß ihm die erwähnte Besitzung außer der Lizitation mit einer Aufgabe von 6 Procent überlassen werde. Mit dem Tode seines großen Gönners begann der Glücksstern Hönigsberg's in etwas zu erbleichen. Er hatte namentlich überden faktischen Ankauf der Herrschaft Vellm viele Schwierigkeiten zu bestehn. Das Gut hatte er erstanden, aber unter dem hervorgesuchten Vorwände rechtsgiltiger Hindernisse war die Uebergabe desselben immer weiter hinausgeschoben. Mit der ihm eigenen Elastieität des Geistes suchte Honig sberg sein Recht, seine als rechtmäßig erkannten Ansprüche überall zu schützen, — aber der Einfluß derer, die schon seine Adelserhebung mit scheelen Augen betrachtet, war mächtiger als sein'Recht. So kam es, daß trotz der eigenen Entschließung Sr. Majestät des Kaisers Leopolds IL, „daß Honigsberg im Besitze der ihm einmal überlassenen Herrschaft Vellm nicht im Mindesten zu beirren sei" dennoch mit Abfassung des Verkaufsanschlages und der faktischen Uebergabe von Jahr zu Jahr gezögert wurde. Erst nach vollen vier Jahren, alS Leopolds Nachfolger, Franz II. auf dem Throne seiner Väter saß, nach zahllosen von Seite Hönigsbergs überreichten Bittschriften, Vorstellungen und gerechten Beschwerden, gelangte die Entschließung des Kaisers herab, daß sich der Uebergabe des Gutes an Hönigsberg nichts weiter in den Weg zu stellen habe. Am 19. Juli 1793 wurde zwischen der k. k.