Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Ä/er Herausgeber dieses Jahrbuches forderte mich auf, ihm die Materialien zu meiner Biographie zu liefern, und stellte es mir frei, denjenigen zu bestimmen, den ich besonders befähigt glaube, die Geschichte meines Lebens zu schreiben. So gerne einige mir sehr werthe Freunde sich der Losung dieser Aufgabe gewidmet hätten, zog ich es doch vor mich ihr selbst zu unterziehen. Meine Eigenliebe verliert, aber der Leser gewinnt dabei; denn was nützte ihm das Lob, welches mir ein Freund, der Weihrauch, den ein Schüler dem noch lebenden Meister waet spenden würde? Bielen aber dürste es nützlich und zugleich angenehm sein, die äußern Ursachen möglichst gut zu kennen, die mitgewirkt haben, den Geist und das Herz eines Menschen zu bilden, dessen Name — gleichviel ob verdienter oder unverdienter Weise — weithin gekannt ist, und dessen Thätigkeit nicht ganz ohne Einfluß auf einen Lheil seiner Glaubensgenossen blieb, noch bleiben wird. Auch hielt ich es für meine Pflicht, eine so günstige Gelegenheit mir nicht entgehen zu lassen, um jenen Lebenden und Verstorbenen, die auf meine Erziehung und Entwicklung einen wohlthätigen Einfluß übten, meine öffentliche Huldigung darzubringen. Die Bescheidenheit, die mir im vorigen Jahrgange dieses Buches (S. 133) gütigst beigelegt wurde, hätte mich vielleicht bestimmen sollen zu erklären, daß Nachrichten über mein Leben nicht verdienen, dem Publikum mitgetheilt zu werden. Aber meine Sittenlehre gründet sich mehr auf Liebe als auf Ehre, mehr auf Gewissen als auf Anstand, und ich setze eitle Bedenklichkeiten außer Acht, um den gerechten Wünschen meiner Mitmenschen zu genügen, wobei ich dem Grundsätze jenes Talmudisten folge, welcher sagte: Ich weiß es bei mir selbst, daß ch kein Priester bin, doch wenn meine Genossen sagen, gehe hinaus (zu segnen), geh' ich hinauf (und segne *)• Mendelssohn, der weit berühmter war, als ich, lehnte es zwar Lei Gelegenheit einer ähnlichen Aufforderung ab, die Materialien zu seinerBiographie zu liefern; doch er mochte wohl lobenswertheGründe dazu haben. Seine Lebensgeschichte war unzertrennlich von der Dar- יודע אני בעצמי שאיני כהן י ואם הברי אומרים לי עלה לדוכן. (' אני עולה Vusch's Jahrbuch VI. 5