Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 145)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3184086--1635-3185747- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sterbetage. 93 Am 15. Mär; (1792) starb in Berlin Moses Wessely aus Kopenhagen, ein Geschäftsmann, der Witz und Beobachtungstalent besaß; ein Zeitgenosse äußerte, es sei ein großer Verlust, daß Wessely's Gespräche, Urtheile und Briefe nicht erhalten und veröffentlicht worden. Seine Aufsätze über Geldzirkulation und Staatsschulden sind noch immer lehrreich. Den 17. Mär; (1826) starb in Dessau der Lehrer Joseph Wolf, einer der ersten, der in den Synagogen deutsche Predigten gehalten; die Genügsamkeit, die er in seiner sechsten Rede empfiehlt, hat er selbst geübt. Den 20. März (1835) starb in Fürth Aaron Wolfssohn, einer jener Männer, die in den letzten Decenien des vorigen Jahrhunderts durch Nebersetzungen und hebräische Zeitschriften an der Aufklärung arbeiteten. Die Vierteljahresschrift „der Sammler" hatte zu Ende des Jahres 1797 nur 120 Subscribenten, und ging ein. Zwar sagte Wolfssohn damals: „es wäre in der That traurig, wenn wir uns abermals in unseren Hoffnungen sollten getäuscht finden; wenn unter allen jüdischen Einwohnern Deutschlands sich nicht einmal 200 Personen finden sollten, die jährlich zwei Thaler aufopferten" u. s. w. Aber trotzdem ging der Sammler, nachdem er ausgedient hatte, ein, und lehrte durch ein neues Beispiel, daß die Einzelnen nur Diener für die Vorsehung sind und bleiben, aber nie selber Vorsehung werden können. Den 21. März (1807) starb in Livorno der berühmte Literator Chajim Joseph David Asulai aus Jerusalem, der gegen fünfzig Schriften verfaßt. Den 22. März (1833) starb in München Michael Beer, der Dichter des „Paria" und des „Struensee". Den 23. März (1805) starb in Hamburg Naphtali Herz Wessely, der für Schönheit und Menschenwohl glühend, die Liebe zu Israel in diese Gluth einschloß; der seine Zeit belehrte, daß nicht in Verfall und Unwissenheit die Rechtgläubigkeit bestehe, eben so wenig als in der