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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 71

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 71 (sequence 124)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184086--1614-3185726
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Briefe aus Galizien. 7L "den Rabbiner in den Augen des Volkes adelte, nicht sowohl die NUN als vielmehr die nachdrucksame geistliche und richterliche Gewalt war. Die Stellung des Rabbiners war nun hier freilich eine andere, als wo er von der Gnade der Begüterten abhängt!,׳בנד שמחזיר על הגרנות . Sein Geld machte seine Vorzüge erst recht geltend, und verschaffte ihm wirkliche Macht, denn עבר לוה לאיש מלוה; aber das persönliche Verhältniß litt gerade durch diese Stellung, und Liebe und Verehrung umgaben sie äußerst selten. Die Reichen, die in der Theologie nicht fremd waren, stellten sich ihm gleich, sie sahen überhaupt Ln ihm — wie weiland die polnischen Edelleute in ihrem Monarchen — blos den König ihrer Wahl, der er sich überdies alle drei Jahre von neuem unterwerfen mußte,׳»-) und die ja auch sie treffen konnte, und hoben ihn nur, inwiefern sie selbst durch ihre Verwandtschaft oder Verschwägerung mit ihm dabei gewannen. Den Armen hingegen war er zu viel Herr, zu vornehm, als daß sie es hätten wagen dürfen, in eine nähere Beziehung zu ihm zu treten, und sich in ihren Herzensangelegenheiten an ihn zu wenden. Sie strömten lieber einem scheinheiligen Gaukler zu, der ihnen Ln allen Nöthen das Herz erleichterte, indem er Wunderhilfe versprach. Zu einem unabhängigen Mittelstände gibt es aber kaum hie und da einen schwachen Anfang. Wie hätte überhaupt ein großer Rabbi im diesseitigen Sinne, der Gipfel der Aristokratie, ein Mann des Volkes werden können? Wodurch sollte ein Meister ohne Schule, ohne Jünger, die, zu seinen Füßen sitzend, aufseine Worte lauschen, und seinen Ruhm nach allen Seiten und Enden verbreiten, zu einem fest begründeten Ansehen und großen Namen gelangen? Sterne von so reinem und weitstrahlendem Glanze wie Rabbi M. Benedikt, Rabbi M. Sofer und Rabbi A. Ege r, gesegneten Andenkens, hat es daher am Horizonte des galizischen Rabbinenthums seit Menschengedenken *) Nach der allerhöchsten Entschließung vom 24. März 1841 sind die vom 1. Sept. 1846 neu angestelltenRabbiner bis auf weitere Verfügun g auf sechs Jahre als stabil zu erklären.

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