Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 376)
- Language
- German
- Belongs to
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354 Die israelitische Erziehungsanstalt gehandhabt, und allzuoft endlich nimmt im gelindesten Falle die Rubrik Zerstreuung und Vergnügen in Qualität und Quantität eine ganz unpassende Stelle in Der Privat-Erziehung ein, während Erheiterung und ästhetische Bildung weit angemessener in einer gewissen Abgeschlossenheit erreicht werden können. Dabei haben wir noch nicht gesprochen, nicht von vem verderblichen Einflüsse ves Gesindes, und nicht von Der in so vielen Fällen beirrenden Einseitigkeit der Ettern selbst. Wie viele von diesen wissen denn, was harmonische Bildung beißt, und was zu einem ganzen Menschen gehört? Allerdings glaubt man nicht mehr, daß der Talmud alles andere Wissen und Können ersetze, aber Dennoch meint gar oft Der Varer, es sei alles gethan, wenn sein Junge eine schöne Handschrift habe und rechnen könne, und d i e Mutter, wenn er französisch zu plappern und die Polka zu tanzen wisse; Ln d e m Falle hält man es mit den abgeredeten oder aber erschlichenen Zeugnissen, in jenem mit brillantem Vortrag von Bravour-Variationen aus Piano oder Violin abgethan, in sehr wenigen ist selbst der beschränkte Begriff einer tüchtigen Fachbildung ein klarer und konsequent entwickelter, durchgeführter. Und nach diesem altem, was doch nur dem Menschen, und wohl auch dem künftigen Bürger gilt, auch noch ein Wörtchen— ach! es wird die geringste Beachtung finden, —für die konfessionellen Interessen. Wo unv wie werden diese in der heurigen Erziehung vertreten? Wo und wie werden Patrone für die zahlreichen nach Recht lechzenden Klienten gebildet? Wo und wie wird dafür gesorgt, daß die Jakobsone, die Sa- Lomon Heine, die Montefiorc nicht ganz aussterben, oder sich wenigstens etwas von ihrem Geiste verderbe? Wo und wie wird der Blick auch einmal auf die Gesammtheit der Glaubens- und Leidensbrüder geleitet, und das Her; für sie erwärmt? Wie endlich sollen hiefür die Kinder der Armen erzogen werden, wenn nicht zuvor die Kinder der Reichen erzogen werden, und ihnen neben den wundersamen Blüthen und Früchten des Lebens auch einmal das alte Wunder nahe