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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 307

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 307 (sequence 330)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184084--1438-3185549
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Das alt' Vabele. 307 mal war sie wie verschwunden. Da haben die Einen gesagt: sie hat sich in die Donau geworfen, andere haben sie auf dem guten Ort (Begräbnißplatz) gesehen, wie sie heftig und bitterlich geweint auf dem Grab ihres frommen Vaters. Es war aber alles nicht wahr. Da in demselben Stübchen, wo ich Euch diese Maiße (Geschichte) verzähle, hat sie gewohnt und ist da geblieben so lange, bis sie in die Wochen gekommen ist. Sie hat eine Muhm gehabt, die war die Schwester von ihrer Mutter, die hat ihr immer geschickt zu essen, aber zu ihr ist sie nie gekommen, sie hätt' sich versündigt, hätt' sie an ihr nur angerührt. Als die Zeit des Gebärens war gekommen, hat Hendl große Furcht und Angst bekommen. Man hat sie können schreien hören, über den ganzen Schloßberg, Tag als Nacht. Sie hat so jämmerlich geschrien und geweint, daß man geglaubt hat, jetzt wär's aus mit ihr. An einem Tag ist es plötzlich still geworden; sie hat ein Kind geboren gehabt, das war ein Jüngel. Als nun das Kind der Leiden zur Welt gekommen war, hat sie es lang an sich gedrückt und gesagt: Mein todter Vater hat mir geflucht, daß ich ein Spott für Kinder und Kindeskinder werde sein, daß ich werde gebären, um mein Kind durch eine Benemmerin zu verlieren. Das soll aber nicht so sein, so soll ich leben. Und hat das Kindlein treu überwacht und bei sich behalten, und hat nicht geschlafen drei Tage und drei Nächte, weil sie immer gefürchtet hat, die Benemmerin könnt' kommen, und ihr das Kind wegnehmen. Aber länger hat sie das nicht aushalten können. In der dritten Nacht sind ihr die Augen von selbst zugefallen, so fest, als wären sie mit Riegeln verschlossen. Da kommt es ihr vor im Schlafe, eine weiße Frau, die aussah, wie Eine, die man in Sterbekleider gehüllt hat, tritt zu ihrem Bette und nimmt ihr das Kind aus dem Arme. Sie aber kann nicht aufstehen; die Füße sind ihr wie Blei, sie kann nicht schreien, das Wort bleibt ihr in der Kehle. Da schreit sie endlich aus gepreßter Brust: Adonai Elohim, und sogleich springen ihr die Augen auf und sie steht wie die Benemmerin mit dem Kinde schon zur Thüre hinaus will. Heiliger Gott Israels! Da ist sie aus dem Bette gesprungen so wie sie war, im Hemde und ist der weißen Frau nachgeeitt bis

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