Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 329)
- Language
- German
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Das alt' Gabele. 306 wird von der Benemmer in werden weggenommen, Du sollst an Deinem Kind keine Freud' haben; Du soltst's nicht kennen, du sollst's nichts wissen von ihm." — Hier ließ sich das Großmütterlein, auf die Frage, was denn das war' eine Benemmernr, ut eine lange Erklärung dieses Wortes ein. Benemmerinnen sind eine Art Hebammen, die mit Lösen Geistern im Bunde stehen und den gebärenden Weibern ihre Kinder wegnehmen. Wo eine solche Benemmerin erscheint, stirbt das Kind oder bekommt einen Leibschaden, zuweilen schieben sie verunstaltete Wechselbälge an die Stelle der neugebornen Kinder. Den Gebärenden selbst machen sie die Milch zum Kopf steigen, erregen ihnen Fieber, Wahnsinn, ja oft den Tod. Wo man sie nicht ruft, schlüpfen sie durchs Schlüsselloch, auch als Katzen mit grünen funkelnden Augen hat man sie gesehen, und wenn man solches Gethier nicht alsogleich mit einem kräftigen Besenstiel forttreibt, entsteht Unglück im Haus. Um sich nun von solchen Benemmerinnen zu bewahren, geht man im Augenblicke des Gebärens zu einem Gelehrten und läßt sich von ihm eine Art Talismann geben. Dieser besteht in einigen Blättchen beschriebenen Papiers, worauf der Schild Davids zu sehen ist, mit einigen kabbalistischen Sprüchen, deren Initialbuchstaben ein kräftiges Präservativmittel gegen dergleichen böse Geister sein sollen. Unter diesen Sprüchen steht einer von den Stusengesängen aus den Psalmen des Königs David. Diese Blättchen werden in der Stube der Wöchnerin über Thüren und Fenstern aufgehängt, und bleiben dort so lange, als diese das Bett hüten muß. Den männlichen Kindern legt man die Nacht vor ihrer Beschneidung das Messer, womit siej der 'Nation einverleibt werden, unter den Kopf; auch muß man die ganze Nacht bei ihm Wache halten und „lernen," wozu man emen Rebbe nimmt. Auch muß der „Gevatter" der das Kind zur Beschneidung trägt, Ln der Nacht oft Nachsehen, ob dem Kinde kein Unheil ereignet sei. Don der Minute an, fuhr das Babele fort, hat Hendl, Rebb Palti els, keine frohe Stundemehr gehabt. Sie hat sich bald die Augen ausgeweint, aber was hat das genutzt. Auf ein-