Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 317)
- Language
- German
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204 Das aW Babele. tobt und stumm! Maierl, Maierl, steh' auf und komm mit mir daheim! Mer das schwarze Maierl regte sich nicht; eine heftige Ohnmacht hatte seine Sinne mit so starken Banden umzogen, daß es nicht einmal die Stimme seines Großmütterleins erkannte, die ihm doch unter allen Menschenlauten am weitesten zum Herzen kam. Da schrie und weinte das Großmütterlein, daß es den Stein hätte erbarmen mögen, der ihrem Enkel so viel Leid angethan, und noch am Boden neben ihm lag. Helft ihm doch, helft ihm doch, Leut', sprach es, seht ihr denn nicht, daß er ist tobt, habt Mitleid mit ihm; er wird noch ganz verbluten. Weh geschrien, daß mir so was hat müssen zukommen. Wird ihm gar nichts schaden, dem Jüngel, tröstete Schmul der Trakteur, er soll die Leut' in Ruhe lassen, kein Kind hat vor ihm Ruh, er wird jetzt wissen, wie's schmeckt. Ein Blick des Vorwurfs fiel aus den Augen des Mütterchens auf den dicken Sprecher, aber dieser eine Blick war hinreichend , um ihn die ganze Tiefe seines Unrechtes fühlen zu machen. Mit einem Sprunge war „Schmul der Trakteur" in den Kreis gefahren, hatte den Knaben vom Boden aufgerafft, worauf er ihn über seine Schultern lud. Das blutige Gesicht des Knaben reichte ihm bis an den Rücken, und beschrieb im Weitergehen lange rothe Spuren. Soll ich ihn zu sein Vater auf dem Bergel tragen fragte er das Großmütterlein. Nein, nein, tragt ihn zu mir, Rebb Schmul, es war' nicht schön, ihn vor allen Leuten so herum zu tragen. So keuchte der dicke Träger mit seiner Last den Schloßberg hinan. Händeringend folgte ihm das Großmütterlein, ein über das andere Mal aus gepreßter Brust ein tiefes Weh herausstoßend, bis die Beiden vor einem verfallenen Hause stillstanden, in welchem das Mütterchen wohnte. Dort hinein trug der gutmüthige Schmul den blutüberströmten Knaben.- Es war ein traulich stilles, dämmerndes Stübchen, wo das schwarze Maierl, Dank der Vorsorge und den kalten Bespri-