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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 264

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 264 (sequence 287)
Language
German
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IRI
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264 Judenthum und Jsserls Ur - Ur - Enkelin zur Schwiegertochter zu haben, nichts natürlicher, als daß Hanna, die Mutter, vor Freuden über die Ehre weinte, die ihrem Hause widerführ. Nur David wollte diese Verbindung nicht einleuchten, und zwar darum, weil er einmal keine Heirath ohne Liebe, keine Liebe ohne Hinderniß, kein Hinderniß ohne Entführung, keine Entführung ohne Strickleitern und einem treuen Knappen denken mochte, der seiner vor dem Burgthore mit einem wilden Renner und sanftem Zelter harrte. Er sträubte sich daher gegen diese speculative nüchterne Weise zu heirathen, mit allem Nachdruck. Ich bin ein Mann, sagte er, und meine Frau muß die Gattin eigener freien Wahl, und nicht das Projeet eines Kupplers seyn. Was ist Ehe ohne Liebe? was Liebe anders, als die Harmonie der Seelen, die aus den Sphären niederklingt und in uns ihre Resonanz findet? Und wie soll ich mit einem Mädchen sympathisiren, das ich gar nicht kenne. Aber du hörst ja, sagte Hanna, sie ist ein Abkömmling von Reb Moses Jsserls. Und was ist sie? Du hörst es! Reb Moses Jsserls kenne ich, aber das Mädchen nicht, und ich erkläre hiermit bei jenen stillen Geistern der Liebe, daß ich kein Mädchen eheliche—und wäre sie eines Propheten Sprößling, die in mir nicht den Funken beseligender Sympathie anzufachen vermag. Was ist das für kauderwelsches Zeug? antwortete Hanna. Der Vater sagte jedoch in gewohnter Würde: Ich bin ergraut in den Sitten unserer Väter, und werde meine Erfahrungen nicht von einigen überspannten Roman - Ideen Hofmeistern lassen. Du heirathest Sara Kr atter und damit genug — doch mich hungert, könnten wir nicht zu Tische gehen, Hanna? David saß schweigend während der Mahlzeit, und ein scharfer Beobachter konnte dem entschiedenen Ausdrucke, den sein Gesicht allmählich annahm, abmerken, daß irgend ein Entschluß in seiner Seele reif geworden war.

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