Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 258)
- Language
- German
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Israel Nagara. Sem Vater, N. Mose Ben Lewi N agar a, in der letzten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts d. ü. Z. Rabbiner in Damask (er starb 1581), war ein Schüler des R. Isaak Luria, stand in gelehrtem Briefwechsel mit N. Mose di Trani, ist Verfasser eines von A s u l a i sehr gerühmten, von Richard Simon, wie de Rossi angibt, nicht eben günstig angesehenen Kommentars zum Pentateuch, aus Talmud und Midrasch zusammengetragen, — eine Differenz im Urtheile, wie sie sich aus der Individualität des von kabbalistischem Wesen durchzogenen Orientalen und des französischen Kritikers natürlich ergibt. R. Israel, ebenfalls in Damask lebend, dann nach der Angabe Conforte's in Gaza als Rabbiner lehrend, ward durch einen von ihm gefeiertenMäeen,R.Chaim ibn Chaim zu poetischer Thätigkeit, wenigstens zur Sammlung seiner früher verfaßten , und von ihm selbst keiner weiteren Betrachtung gewürdigten Poesieen angeregt. An seinem warmen Eifer, — schreibt R. Israel in der interessanten, aber schwülstigen und wortreichen Vorrede zu den Semirot Israel, -— schmolz der Schnee meiner Kälte und meiner Trägheit, er weckte mich, wie aus dem Schlafe; durch seine Vermittelung und sein unabweisliches Gebot veranlaßt, rafft' ich mich auf, und sammelte Freundesbriefe, poetische Zuschriften, Empfehlungen für Arme ausgestellt, — die also dem Verfasser stylistisch werthvoll genug erschienen, um dem Untergange entrissen zu werden. (Neme Rsruel. Veneck. 1610). Außer manchen von ihm verfaßten Werken, die zum Theil die gedachte Vorrede namhaft macht und Conforte verzeichnet, ist es besonders die Sammlung religiöser Dichtungen Semirot Jisrael (Lsuteä 1587, Veneä. 1699, neuerdings in Belgrad wieder gedruckt, jedoch ohne die Vorrede und mit sonstigen Weglassungen,) die ihm einen nicht unbedeutenden Rang in der späteren jüdischen Literatur erworben. Eine zweite noch ungedruckte Sammlung seiner Poesien nennt Conforte. R. Israel legt besonderen Werth darauf, daß er seine Dichtergabe nicht der weltlichen Poesie zugewandt, keine Liebeslieder verfaßt, daß er sie nicht durch die Feier irdischer Lust und sinnlichen Genusses entweihet. Doch entging er dem Tadel des gelehrten