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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 231

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 231 (sequence 255)
Language
German
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231 eine biographische Skizze. dienten Manne die Freude zu Theil, daß Se. kaiserliche Hoheit, der durchlauchtigste Erzherzog Franz Carl, der gerade damals in Tarnopol anwesend war, über sein Befinden sich erkundigen ließ. Bei vollem Bewußtsein schrieb Perl mit eigenerHand seinen letzten Willen und die staunenswürdigste Seelengröße bewährte sich in diesem unvergleichlichen Manne bis zum letzten Athemzuge. — Der Verfasser dieser Zeilen, der seiner Zuneigung sich zu erfreuen das Glück hatte, und als Arzt manche Nacht dieses heilige Krankenlager bewachte, hatte die Freuve zu sehen, wie unberührt vom physischen Leiden, ohne die entfernteste Anwandlung von Schwäche oder Schwärmerei der unsterbliche Geist sich aufrecht erhielt, wie das unbefleckte Gewissen dieses wahrhaft frommen Mannes, ohne Furcht und ohne Zagen vor den ewigen Richterstuhl sich zu stellen bereitete, bis am verhängnißvollen 1. October 1839 der Genius der Menschheit seine Fackel niedertauchte und den unsterblichen Geist JosephPerls nach jenen lichtvollen Höhen entführte, wo seiner der Lohn der Gerechten harret. Unvergeßlich bleibt jedem Bewohner Tarnopols der unheilvolle Tag, an welchem die irdischen Ueberreste P e r l s der allverschlingenden Erde überliefert wuroen. Alles was gehen konnte, schloß sich dem imposanten Zuge an. Tausende der Stadt und der Umgebung, ohne Unterschied der Confesston, des Standes und des Ranges, strömten zu dieser Trauerfeierlichkeit herbei; und da war kein Auge, das trocken blieb, kein Herz, das nicht tief erschüttert ward ob des unermeßlichen Verlustes. — Joseph Perl war ein edler Freund, ein liebevoller Vater, ein treuer Gatte, ein sehr angenehmer geistreicher und witziger Gesellschafter, ein höchst ordnungsliebender, pünktlicher Ge-, schäftsmann von tiefster Menschenkenntnis und hoher Perspikazität über den Werth und die Fähigkeiten jedes Menschen, mild und liebreich gegen moralische, streng und unerbittlich gegen lasterhafte Menschen! — In seinem Testamente vertheilte P er l sein Vermögen, das

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