Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 254)
- Language
- German
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230 Joseph Perl, Port, es verdienen, an die Spitze der ersten Judengemeinden gestellt zu werden. So viele Gemüthsaufregungen, so viele Anfeindungen und Verleumdungen, verbunden mit den, verschiedenartigsten Studien geweiheten Nachtwachen, konnte leider nur von den nachtheiligsten Folgen für die Gesundheit des vortrefflichen Perl werden, und die schwere Unterleibskrankheit, zu der, vor zwei Jahren schon, die Uranfänge sich bildeten, erreichte nun eine Gefahr drohende Höhe. Auf dringendes Bitten seiner Familie und Freunde, mußte Perl, theils zur Zerstreuung, theils um den ärztlichen Nach seines intimen Freundes, des durch hohe Wissenschaft und gediegene Erfahrung berühmten Dr. Nappaport einzuholen, nach Lemberg sich begeben, wo er vom Herbste 1838 bis zumFrühlinge des Jahres 1839 verweilte. Selbst hier, auf dem tödtlichen Krankenlager versäumte der Vortreffliche nicht, für das Wohl seiner theuern Glaubensbrüder thätig zu sein, edle Männer aus der ansehnlichen Judengemeinde Lemberg um stch zu versammeln, und sie zur schnellen Nealisirung der heilsamen Reformen anzueifern, die sich jetzt, nach seinen Plänen dort so herrlich entfalten! Im April 1839 kehrte der theuere Mann in höchst trostlosem Zustande nach Tarnopol zurück. Das Siechthum hat den höchsten Grad erreicht. Alle Hoffnung zur Genesung war geschwunden. Lange aber kämpfte der mit alten Bedingnissen zur Longävität ausgerüstete Organismus gegen die furchtbare Krankheit, die den Sommer über sich hinzog. — Als im September 1839 das Ende dieses großen, edlen Menschenfreundes unabwendbar herannahete, da sahen alle, selbst seine ärgsten Feinde ein, welch Unheilder Gemeinde, der Stadt, dem Judenthume Galiziens bevorstehe. Da stiegen inbrünstige Gebete zum Himmel für die Erhaltung des theuern Lebens empor, da drängten zahlreiche Freunde und Verehrer um sein Krankenlager sich, die sich glücklich schätzten, dem theuern Kranken irgend einen Liebesdienst erweisen zu können. Acht Tage vor seinem Hinscheiden, ward dem hochver-