Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 249)
- Language
- German
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eine biographische Skizze. 225 sah, und sich auch seine Vermögensumstände durch die Erwerbung eines bedeutenden Hauses, das ihm sein greiser Vater geschenkt, so gestalteten, daß er ohne Lebenssorge ruhig in die Zukunft blicken konnte; ward es ihm möglich denl Zuge seines edlen Herzens folgend, durch neue rühmliche Institutionen, ganz dem Wohle seines Volkes, so wie der Erziehung seines geliebten Sohnes Michael, der zum Studium der Pharmaeie gebildet wurde, leben zu können. An die Erweiterung seines eigenen Wissens emsig arbeitend, legte er nun eine merkwürdige Büchersammlung an, in welcher er mit verschwenderischer Freigebigkeit die kostbarsten Werke aus dem Gebiete der Theologie, Geschichte, Polytechnik, Linguistik und Gesetzsammlung vereinigte, und die im Laufe der Zeit zu einer der reichsten Privatbibliotheken herangewachsen, in seinem Hause zu Jedermanns Gebrauch offen stand. Unendlich groß waren zu der Zeit seine Verdienste um die Verbreitung von Handwerk unter den Juden. Mit bewunderungswürdigem Scharfsinne wußte er die verschiedenartigsten Talente und Kunstfertigkeiten seiner Zöglinge zu unterscheiden, von denen die fähigen und bereitwilligen größtentheils auf seine eigenen Kosten bei geschickten Meistern in die Lehre gegeben, manche auch auf Reisen geschickt wurden, die sich dann später als tüchtige Gewerbsleute in Tarnopol etablirten. So besitzen wir jetzt drei jüdische Schlossermeister, zwei Schmiede, einen Handschuhmacher — den eigenen Enkel, nämlich Tochtersohn P erl s — einen ausgezeichneten Baumeister, einige Klempner und sehr viele jüdische Lehrlinge in allen Gewerken. — Minder glücklich waren seine Versuche und Bemühungen den Ackerbau unter den Juden in Schwung zu bringen, und die Idee, eine Talis-Fabrike hier zu errichten, scheiterte am Mangel hinlänglicher Geldkräfte. Ums Jahr 1830 begclb sich Perl nach Wien, wo er über ein Jahr verweilte, um das Apothekergewerbe, das früher nicht unter die, Juden ausdrücklich verbotenen Gewerbe gehörte, später ihnen verboten wurde, zugänglich machen zu können, was aber nicht gelang. Nur ward durch einen besondem Gnadenakr