Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 246)
- Language
- German
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222 Joseph Perl, -er Mond aufzugehen beginnt, an diesen Ort sich verirren würde, dem er ein Blatt dieser Schriften übergeben und dann seinen Posten verlassen kann. Dieses Gluck ereignet sich nach 60 Jahren dem Verfasser des Megalleh Temirin, als er auf einer Reift von Mezbosz (Miedzyboze) nach Zwanice an jenen heiligen Ort sich verirrte. — Wer war froher als der Wächter, da er nun des beschwerlichen Wachhaltens überhoben wurde und des heiligen Auftrages sich entledigen konnte? Als der Verfasser des Megalleh Temirin das heilige Blatt vom Wächter erhält, erfährt er, daß dieses Blatt in der rechten Tasche getragen, dem glücklichen Eigenthümer die Kraft verleihe zu sehen und nicht gesehen zu werden; in einem der Enden des Kleides mit den Schaufäden aber getragen, nehme gar eine gelehrige Wolke den unfehlbaren Lustschiffer auf, und schwebe mit ihm in Blitzesschnelle nach den entlegensten Winkeln und Zonen der Erde hin. — Kraft dieser erhaltenen Eigenschaften nun, gelingt es dem Verfasser des Megalleh Temirin, ungesehen, sich bei den angesehensten Rebbes einzuschleichen, ihr geheimstes Thun und Lassen, das feinstgesponnene Gewebe ihrer Kniffe und Schliche zu durchschauen, die er dann aus höchst anziehende, naive Weift mtter der Maske eines Chaßid und in Form eines entdeckten geheimen Briefwechsels zwischen dem schlauen Secretär des Rebbe und einem gleichgesinnten Helfershelfer wieder erzählt. Ungemein witzig gehalten ist die Pointe dieser Korrespondenz , welche die Mittel und Wege bespricht, um ein deutsches Buch gegen den Chaßidismus (wahrscheinlich das oben genannte Werk Peter B eer's) einem Grundherrn zu entwenden, der eben durch Lesung jenes Buches gegen die Sekte einen unversöhnlichen Haß bekommen und den Rebbe aus dem lhnr angehörenden Orte zu verjagen sich anstellt. Dieses Buch meinen die Jntriguanten müsse ganz gewiß das Bild des Verfassers an der Spitze tragen — „wie es die Deutschen in ihren Werken immer machen" — nun brauche es nur eines durchbohrenden Blickes des Rebbe auf dieses Bild, um den Verfasser urplötzlich zu tödten 1) Was nach dem rvnftfi von N a ch m an— tp erlaubt ist.