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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 206

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 206 (sequence 231)
Language
German
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IRI
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206 Briefe aus Galizien. Jugend die Zurücksetzung fühlen, während ihre christlichen Mitschüler sich gewöhnen, auf dieselben als auf Ausgestoßenen, mit Verachtung zu blicken. Und sollte diese Zurücksetzung nicht zuweilen auch auf die Behandlung des Lehrers Einfluß haben? Dies erklärt zur Genüge, warum so wenig jüdische Schüler die christlichen Schulen besuchen, während so viele in den Schulgegenständen Privatunterricht genießen, und beweist wie sehr eine gute israelitische Volksschule, die nach dem Muster der Tarnopoler Lehranstalt den Gesammtunterricht umfaßt und mit tüchtigen, in sittlicher wie in religiöser Hinsicht tadellosen Lehrern besetzt ist, in jeder größern Gemeinde Noch thut, und bei einem Theile wenigstens aüf Anklang und Zuspruch zu rechnen hat. Das hat sich auch bei Eröffnung der Lemberger Hauptschule auf's Glänzenste bewiesen, wo der Zudrang so groß war, daß nicht alte Gemelveten untergebracht werden konnten, und in welcher gegenwärtrg an 580 Schüler und Schülerinnen von allen Klaffen und Partheien der jüdischen Bevölkerung unterrichtet werden. Der Judenschaft im Ganzen würde daraus keine neue Last erwachsen, da der Unterricht im Tin und zu Hause weit mehr kostet, und unsere Regierung würde mit Wohlgefallen jeden zweckmäßigen Antrag entgegen nehmen und namentlich die Sicherung eines Fondes, in der Weise wie zu Tarnopol und Lemberg, ohne Weiteres genehmigen. Da jede Hauptschule, wie die Lemberger, einen eigenen Religionslehrer haben soll, so wäre es sehr rathsam diese Stellen mit Rabbinatskandivaten zu besetzen , die religiöse Vorträge zu halten befähigt sind und mit der Zeit, wenn die Gemeinden reifer geworden, das Rabbinat übernehmen könnten. In den Trivialschulen hingegen müßte e i n Lehrer, allenfalls mit Hülfe eines Unterlehrers in den deutschen wie in den hebräischen Schulgegenständen zu unterrichten verstehen und wirklich unterrichten, wenn Einheit in den Unterricht kommen und die Schule ein Ganzes bilden soll. Da stellt sich nun das Bedürfniß eines israelitischen Schullehrer-Seminars als unab-

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