Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 194)
- Language
- German
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168 Ein gefundener Brief. und aller Dfattoitaütät auf diese Art beharrlich gelockert werden, so erstaune nicht, daß unsere sashionablen Inden die hebräischen Bücher schleunigst auf den Boden bringen oder verkaufen, und um die Männer dieser Geschichte kein betitelter Narr sich kümmert. Was aber die Kenntnisse anbelangt so suchst Du sie auch bei den Schreibern umsonst. Das hie und da erwachte oder angeregte Verlangen nach jüdischer Geschichte hat mehr als einen Unberufenen veranlaßt aus dieses Verlangen zu spekuliren, und mit zusammengestoppelten Sachen und Namen ein Buch zu verfertigen, unter dessen Heroen der Verfasser der Größte ist. — Die Leser dieser Bücher sind also zu entschuldigen, wenn sie die Dargestellten und den Darsteller verachtend jener Geschichte für immer Lebewohl sagen. Die Theilnahmlosigkeit der Inden für ihre Celebritäten hat vor dreihundert und fünfzig Jahren schon einen Schriftsteller betrübt. „Alle Völker, ruft Ali man, preisen ihre Fürsten und ihre Großen, und schreiben über Einen Mann ein Buch, das an Umfang die ganze Chronik der Könige vor: Juda und Israel übertrifft: Nur wir sind außer Stande, auch nur von einem einzigen Glaubensgenossen ein Wenig Rühmliches zu melden." Aber die Alten hatten weder Muße noch Berus, Einzelner Leben zu betrachten und deren Thaten der Mitwelt vorzulegen. Allenfalls erzählte man sich die Wunder J ehuda's aus Reg ensburg oder sammelte Aben Esra's witzige Repliken und die Züge seines Scharfsinnes; die klebrigen mußten im Andenken ihrer Schüler und Nachkommen leben und sich mit der Grabschrist und dem Spnagogensegen begnügen. Der Einzelne war damals nur im Dienste einer Idee, und kaum hatte die Gesammtheit eine Geschichte. Erst in späteren Zeitaltern erwachte bei den Juden derWunsch nach einer Kunde von hervorragenden Persönlichkeiten, erst die Kultur des 18. Jahrhunderts schuf unter uns die Biographie, die das Individuum in seinem Verhältniß zu Zeit und Idee, oft mit Beeinträchtigung der pragmatischen Geschichtschreibung, darstellte, und bisweilen die Gesammtheit allzusehr in Schatten stellend, ver^ herrlichte. Aus verschiedenen wichtigen Arbeiten dieser Art, mit