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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 133

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 133 (sequence 161)
Language
German
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Die Juden Italiens 133 Kollegium zu Padua das Centrum, und wenn nicht dieses, so doch die Männer unter deren Leitung es steht. Lelio d e l l a L o r r e, Professor Neses Institutes und Mitglied der k ö n i g l. Akademie, ist ein tüchtiger Gelehrter und Lradirt eigentlich den schwieriger», wohl auch undankbarem Theil der rabbinischen Studien; die lebendigere, sowohl die philosophische wie die schöngeistige Partie derselben leitet der treffliche LuzzatLo, welcher mit einer großen Erudition noch weit größere Bescheidenheit, mit einem unansehnlichen Aeußern die größte Liebenswürdigkeit des Charakters verbindet. Ersterer hat schon vor Jahren einen Band Musterpredigten mb erst vor Kurzem eine neue Uebersetzung der Psalmen herausgegeben; letzterer entwikelt eine schriftstellerische Thätigkeit, welche überrascht. Als Sprachgelehrter eben so berühmt wie als Dichter, besitzt derselbe eine glückliche Combinationsgabe, der die biblische wie die halachitische Erese unserer Tage so manche Bereicherung verdankt. Ich werde dem unbedingten ״Schwören auf die Worte des Meisters" nie das Wort reden; aber ich begreife soleicht die begeisterte Hingebung und Verehrung, welche die Alumnen des rabbinischen ^Kollegiums auch lange nach ihrem Austrittel) diesem edlen großen Meister bewahren. Echte Religiosität, Strenge gegen sich selber und milde Nachsicht, gegen Andersdenkende, בזה נעשה לבית אבוד #ד,הסירו על עצמן והקילו לכל ישראל und eine glühende -Liebe für Wissen und wissenschaftliche Männer zeichnen diese Persönlichkeit wie nur Wenige aus. Keine jüdische Celebrität in Europa, kein nur irgend bedeutendes Organ für Theologie und orientalische Sprachkunde ist ihm fremd, die meisten aber in einiger Beziehung zu demselben. Noch zwei Zöglinge des rabbinischen Kollegiums, verdienen als gern gehörte Prediger, die sich jedoch (und wer wollte deßhalb mit ihnen rechnen?) nach einem berühmten christl. Kanzelredner gebildet haben, ehrenvolle Erwähnung: Vice-Rabbiner Olper in Venedig, der sonst noch um das dortige Unterrichtswesen sich verdient g-emacht hat, und Vice - Rabbiner Biterbi in Padua, der wohl auch in anderer Hinsicht die Aufmerksamkeit der ital. Juden verdient. Den um die philosophisch theologische Wissenschaft hoch verdienten Reggio in Görz, der nach dem Ableben seines Vaters sämmtliche Funktionen eines Rabbiners für diese Gemeinde ganz uneigennützig übernahm, brauche ich dem Lesekreise dieses Jahrbuches nicht erst zu nennen; wir verdanken dessen Eifer die neuerdings unternommene Fortsetzung der früher so beliebten Bi kure Haittim und hoffen getrost, daß wir nicht auch mit halbreifen ״Erstlingen" beschenkt werden. Einen wirklichen Verlust erlitt Italiens Judenheit durch 1) Der zu früh verstorbene Dr. Claudio Cafes, Oberrabbiner zu Mantua, so wie die Oberrabbinen von Venedig, Turin und Mantua, die H. H. Abr. Lattes, Cantoni und Mareo Mortara sind aus diesem Konvikte hervorgegangen.

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