Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden Italiens. 127 Mailand, Mantua und Venedig, die, ohne auf Wichtigkeit Anspruch zu machen, doch ihn ihrer Art zur Hebung der Industrie viel beitragen. ' Von den übrigen italienischen Staaten kommen auf den Kirchenstaat, (wo einzelne Israeliten seit einigen Jahren stillschweigend zum Grundbesitze zugelaffen werden und'an dem regierenden Pabste selbst einen edlen Fürsprecher haben —) noch die meisten Fabriken; dahin gehören die des Hauses Mellon! & Comp. (Carpi) in Bologna, von Drapperien und Seidenstoffen; dann eine bedeutende Lederfabrik in Ferrara, deren Firma mir entfallen, und eine Stärke- Colla tedesca und Smattfabrik der Herren Padovani und Mo nt a l Li, in Bologna. Kleinere Etablissements dieser uitb ähnlicher Art, aber nicht eben von Wichtigkeit gibt es auch in Ancona, Sinigaglia, Rimini und Urbino, weniger in Rom selber, wo die unmittelbare Nähe der Regierungs - Collegien unter den bis vor Kurzem obwaltenden Verhältnissen zu sehr einschüchterte, um es mit derlei Versuchen, und wäre es auch unter fremdem Namen, zu wagen; wahrscheinlich geschah dies aber in der Zwischenzeit (da man die Stimmung des heil. Vaters in dem Punkte gar wohl kennt) und ich behalte mir die Nachtragung der hinzugekommenen Fabriken israelitischer Unternehmer für ein nächstes Jahr vor: möchte ich mittlerweile in die Lage versetzt sein, von Sardinien, Modena und dem Königreiche beider Sieilien doch etwas Erfreulicheres zu melden, als jetzt, wo alle industrielle Tätigkeit, aller Unternehmungsgeist israelitischer Kapitalisten gewaltsam zurückgehalten und nicht Ein Etablissement mit israelitischer F i r m a der vergeblichen Nachfrage des Statistikers und des Staatsökonomen lohnt! — Ist es weise, einem großen Haushalte Kräfte zu entziehen, deren Umlauf untäugbar auf den ganzen Organismus nur heilsam einwirken und sruchrbringend sein würde? Hand w e r k e. Ein anderes aber nicht minder großes Hinderniß, als der Mangel des nöthigen Grundbesitzes bei Fabriksanlagen, stellte sich der Verbreitung und Erlernung nützlicher Handwerke unter der sonst tüchtigen Mittelklasse der italienischen Juden bisher entgegen; zwar sind die Gewerbe in Sardinien noch nicht einmal freigegeben, und selbst in den päpstlichen Landen so wie in Modena und Neapel nur mit mancher Beschränkung erlaubt: die Ausübung derselben unter den eigenen Konfeffionsverwandten jedoch keineswegs verboten: um so empfindlicher wurde der Mangel jüdischer Gewerbsleute in größern Gemeinden, wo das Proletariat täglich mehr überhand nahm, und für zehn versiegte Nahrungsquellen keine einzige zum Ersatz sich zeigte, vielmehr der nicht geringe Bedarf Tausender von israelitischen Familien von christlichen Schneidern, Schustern, Tapezierern und dgl. besorgt wurde. Das Verdienst, auf diesen Uebelstand zuerst hingewiesen zu haben, gehört