Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 143)
- Language
- German
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- IRI
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Während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Oberitalien hatte ich Gelegenheit, die politischen Zustände der italienischen Juden, wie manches Andere, was auf dieselben Bezug hat, entweder aus eigener Beobachtung, oder aus den Mittheilungen glaubwürdiger Männer genauer kennen zu lernen; und da die Verhältnisse der Juden in Italien so ziemlich noch einne terra incognita sind, und eine gedrängte Schilderung derselben für die Leser des israelitischen Jahrbuches Interesse haben dürfte, unternahm ich es, Einiges auszugsweise zusammenzustellen, und sollten die hier gegebenen Notizen nur einigermaßen ansprechen, dann wird in den nächsten Jahrgängen über Kultur und Stellung unserer Glaubensbrüder auf der apeninischen Halbinsel auch Spezielles folgen. — Besonders würde ich dann so manches Statut und manches Institut italienischer Judengemeinden denen der nördlichen Staaten als Muster anrühmen,, und so glaube ich jeden Skrupel gegen die geringe Kompetenz so mangelhafter Nachrichten mit der Vertröstung zur Ruhe zu bringen, einen dritten Ausflug nach Italien, wenn mir ein solcher von der Vorsehung gegönnt würde, zu einer größeren und ergiebigeren Ausbeute zu benützen. Bürgerliche Stellung. Welches Schicksal die Juden Italiens nach dessen Räumung von den Franzosen erfahren haben, ist wohl allgemein bekannt, und ich werde nur die sich von selbst ergebende Sonderung zweier Partheien, deren eine Oesterreich an der Spitze hat, die andere aber mehr nach Rom's Beispiele sich richtet, mit wenigen Zügen zu zeichnen suchen: in so weit nämlich der eine oder der andere Fortschritt, der seit jener Rückkehr unter die alte Herrschaft sich dennoch geltend gemacht hat, eine solche Nachbemerkung nur irgendwie rechtfertigt. Oesterreich repräsentirt auf der apeninischen Halbinsel den Fortschritt. Es hält mit den Einkünften des schönen, reichen Landes vortrefflich Haus, nimmt auf ökonomische Verbesserungen sorgfältig Bedacht und thut für Aufnahme der Lehranstalten (im Vergleich mit den anderen italienischen Staaten) wahrlich nicht wenig, ist auch sonst bei Vorkommenheiten in der Interpretation der Gesetze eher zur Milde als zur Strenge geneigt. Zuversichtlich genug, um sich von jener kleinlichen Furcht und Aengstlichkeit, die den meisten Nachbarstaaten das geringste Symptom geistiger Strebsamkeit