Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 131)
- Language
- German
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102 Geschichte der selbst rettete stch noch vor der Einnahme der Stadt durch die Flucht nach Bosnien, und wurde Rabbiner zu Serai. Doch ging er schon im darauf folgenden Jahre nach Deutschland und heirathete die Tochter des Hamburger und Altonaer Rabbiners S a lman Mireles. Später wurde er selbst Rabbiner zu Hambürg, dann in Amsterdam bei der deutschen Gemeinde, und endlich in L e m b e r g. In seinen Rechtsgutachten, welche das erste Mal 1702 zu Amsterdam erschienen, zeigt sich R. Zewi als ein Mann von streng sittlichen Grundsätzen. Er findet es sehr verwerflich, wenn man in Betreff der Nächstenpfiichten zwischen den Anhängern der eigenen oder einer andern Religion irgend einen Unterschied machen will. Es ist ja sehr klar, sagt er, daß wir, ganz abgesehen von Demjenigen, gegen den wir die Menschenpflichten zu üben haben, schon um unserer Würde und Seligkeit willen angewiesen sind, uns wahre Grundsätze (דעות 8מתיות) und gute, edle Gesinnungen (מדות טובות (ישרות) anzueignen, und denselben gemäß zu Handeln. Wird uns ja selbst gegen die vernunftlosen Geschöpft, gegen Thiere und Pflanzen Schonung empfohlen! ') Da die meisten Gutachten Zewi's nach seiner Flucht aus Ofen abgefaßt sind, so ist für die Kenntniß der damaligen ungarisch jüdischen Zustände nichts Erhebliches daraus zu entnehmen. Erwähnenswerth ist jedoch die Einrichtung, welcher zu Folge in Ofen, abweichend von dem allgemeinen deutschen Gebrauche, und im Widerspruche mit dem rabbinisch - mosaischen Gesetze, der Ehemann sein kinderlos verstorbenes Eheweib nie beerbte, sondern immer verbunden blieb, die empfangene Mitgift nach ihrem Tode ihren Aeltern oder Verwandten zurückzustellen?) In der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts (1715 bis 1740) war Rabbi Meir zu ELsenstadt der berühmteste Rabbiner Ungarns. Zu seinen Rabbinate gehörten auch die GemeindenzuFraukirchen, Kitsee, Kobersdorf, Kreuz, Lackenbach und Mattersdorf, welche Ortschaften so wie Eisenstadt zu den fürstlich Esterhäzischen Gütern gehören. 1) R. G. A. Nro. 36. 2) R. G. A. Nro. 61