Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 127)
- Language
- German
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98 Geschichte der dem Kardinal-Primas Batthyänyi, den er zu bitten versprach, gegen die Rekrutirungsmaßregel beim Landtage zu opponiren. Ahron hielt Wort, und der freundliche Prälat, welcher gegen die Begünstigung der Protestanten im Namen des gesammten Klerus Protest einlegte, (5. Februar 1791) , war gegen jenen seinen jüdischen „Arendator" nicht unerbittlich. Und als die Militärpflichtigkeit der Juden zur Sprache kam, bemühte sich der Kardinal-Primas zu beweisen, daß die Juden nicht würdig seien, unter der ungarischen Fahne zu dienen'). Es ward also bei diesem Landtage durch den 38. Gesetzartikel die Angelegenheit der Juden der in pudlieo - politicis arbeitenden Deputation überwiesen, welche beim nächsten Reichstage darüber Bericht erstatten sollte. Bis dahin sollen die Juden sowohl in den königlichen Freistädten, als auch in andern Orten, — mit Ausnahme der Bergstädte, — in der Stellung, in welcher sie am 1. Jänner 1790 waren, ungestört bleiben, und Falls sie darin bereits beirrt worden wären, sollen sie in diesem Statusquo wieder eingesetzt werden. Die Vorschläge der erwähnten Reginkolar-Deputation haben zwar nie Gesetzkraft erlangt; es sind aber dieselben zur Kenntniß der Entwickelung der ungarisch-jüdischen Rechtszustände viel zu wichtig, als daß wir sie hier übergehen dürften. In Folge des Berichtes, welchen Graf Joseph Haller von Hallerkeö überden Zustand der Juden erstattete,beschloß die Deputation unter dem Vorsitze des Reichspalatins Alexander Leopold, dem künftigen Reichstage folgende Gesetzvorschläge vorzulegen?) 1. Die bisherigen Gesetze und Gebräuche, welche rücksicht- 1) Man könnte fragen, wer den ungarischen Israeliten größeren Schaden zugefügt, Erzbischof Robert unter dem zweiten And r e a s, oder der Kardinal B a t t h i) & «t; t unter oem zweiten Leopold? — 2) Wir theiten die Vorschläge ihrem wes e n t l i ch e n Inhalte nach mit. — 'Außerdem ist in demselben Jahre, — 24. Juni 1792 Nro. 11516, — ein Statthaltereibefehl erschienen, welcher streng gebietet: ,,daß die Juden des Vorurtheits wegen, als bedürfen sie zur Feier ihres Osterfestes Chriftenblut nicht behelliget werden sollen. Den Magistratspersonen und Seelsorgern wird es zur Pflicht gemacht, diesen verderblichen Wahn, dieses schädliche Vorurtheil durch die bemeffenosten Mittel aus dem Herzen des Volkes auszurotten."