Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 79)
- Language
- German
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das Jahr 1845. 49 die Juden ausdehnen will. Ein Jude von Tripolis in der Berbern, welcher vor Zeiten Muselman:: geworden war, hatte öffentlich das Judenthum wieder angenommen. Der Gouverneur von Tripolis fragte bei der Pforte an, ob er das aufRenegaten Bezug habende Gesetz der Enthauptung in -Anwendung bringen solle, worauf ihm die Pforte befahl den Menschei: zur Aburtelung nach Konstantinopel zu Dicken. Irr einer Sitzung mm wurde beschlossen, den Juden,—trotzdem, daß sich die Pforte in ihrem Frankreich und England gegebenen schriftlichen Versprechen nur verbindlich gemacht habe, Christen, welche den Jslamisnrus wieder verlassen nicht mehr mit dem Tode zu bestrafen, — dem hiesigen Chacham- Baschi (Oberrabbiner) zu übergeben und ihn ungestört die jüdische Religion ausüben zu lassen. In W i d d i n waren gegen Mitte September zwei Judenmädchen aus Neusatz im Oesterreichischen von dem dortigen Gouverneur Chairedin - Pascha unter nichtigen Vorwänden sestgenonnnen und zum Uebertrirr zum Jslamisnrus gezwungen worden. Der österreichische Konsul von Galaez wendete sich hierauf schriftlich an den Pascha und verlangte die augenblickliche Auslieferung der Mädchen. Der Pascha verzögerte seine Entschließung unter dem Vorwände, daß jetzt Ramadarr sei, und er deshalb zu ähnlichen Geschäften keine Zeit finde. Auf den Bericht des Konsuls an die hiesige Jnternuntiatur schritt Graf Stürmer sogleich auf das Kräftigste bei der Pforte ein. In Folge dessen erließ die Pforte an Chairedin - Pascha ein vezirielles Schreiben, in dem sie die augenblickliche Auslieferung der Mädcherr befahl, ihm in den härtesten Ausdrücken fein Verfahren als den Verträgerr mit den fremden Mächten und den Grundsätzen des Jslamismus zuwider verwies, und ihm einschärfte, in Zuktlnst allen Reklamationen und Mitheilungen der österreichischer: Konsuln und sonstiger Nachbarbehörden Gehör zu geben und sie aus das Schleunigste und Freundschaftlichste zu erledigen. Der Scheck-ul-Islam erließ gleichzeitig an den Naib von Widdin ein amtliches Schreiben, in welchem er ihm verwies, daß er diesen erzwungenen Uebertritt zum Jslamismus gestattet habe, als Rlema müsse ihm wohl bekannt sein, daß nach den heiligen 3