Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 42)
- Language
- German
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12 Rückblick auf bensgenossen der so Bielen völlig abhanden gekommene Gottesdienst wieder zum Bewußtsein kommen; noch bevor das neue Gebetbuch, das in unserer Hand eine mächtige Waffe werden wird für die Interessen der Religion und der Zeit, im Gotteshause erscheinen wird, wird es in den Herzen 'unserer Brüder und Schwestern Wurzel geschlagen haben, und die uns Zer-, störer nennen, dies hoffen wir sicher, werden uns einst die Bauenden heißen. Und so wird es auch mit dem Sabbat werden; auch dieser, Lausenden unter uns entfremdet, wird durch die Anregung und zeitgemäße Umgestaltung den Gemüthern, ohne daß sie wissen wie, wieder nahe kommen und wir freuen uns auf das' nächste Jahr, um den über diesen wichtigen Gegenstand so vortrefflich abgefaßten Kommiffionsbericht in regelmäßige Bcrathung zu nehmen. Und so soll allmahlig — Gott stärke uns bei diesem heiligen Werke — das religiöse Leben in den Gemüthern wieder aufgeweckt und die Religion mit ihren geläuterten Formen Ginzug halten in die Herzen ihrer Söhne und Töchter. Und so haben wir auch'am gestrigen Tage eine uralte Sitte in Israel (das FraueUbad) in ihrer sittlichen Bedeutung gewürdigt und durch zeitgemäße Umgestaltung aufs Neue anempfohlen. Gott ist unser Zeuge, daß wir bei diesem Allen nur die Befestigung' des religiösen Lebens im Auge haben. Am heutigen Tage haben wir zum Schlüsse die Wichtigkeit einer zu gründenden wissenschaftlichen Anstalt znr Bildung von israelitischen Bolkslehrern anerkannt, und beschlossen hierfür zu wirken rin Zeder in seinem Kreise. Noch unerledigte Anträge wurden den betreffenden Konnniffionen zugewiesen und der Kommission zur Revision der Ghegesehe zur Veröffentlichung ihres Berichtes Auftrag ertheilt? Ausser dieser allgemeinen Rabbinerversanunlung fand im Laufe des verflossenen Sommers auch noch eine Badische Rabbinerversammlung statt, die jedoch mit jener in keiner direkten Verbindung stand. Sie hielt ihre Sitzungen in Mannheim, und als Resultat kann man bezeichnen, dass sie zwei ihrer Beschlüsse vor die großherzogliche Behörde, die ihr Oberrath ist, gebracht. In ihrer ersten Eingabe legt sie ihr Wesel! und ihre Tendenzen dar, nach welchen sie vorzuschreiten gedenke. Die Reform auf historisch-traditionellem Boden soll das Fundament der Bestrebungen der Badischen Rabbinerversammlungen sein. In einer zweiten Eingabe wird ihr Oberrath gebeten bei den kompetenten Staatsbehörden auf Erzielung eitler den geläuterten Prinzipien des Jndenthnms und dem sittlichen Bewußtsein der heutigen Juden entsprechenden Eidesbelehrung und Eidesformel hinzuwirken.