Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 41)
- Language
- German
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das Jahr 1845 11 Förderung des Guten so unumgängliche Bedingniß ist. Es wurde das Hebräische beim Gottesdienste nicht verdrängt, dies begutachteten wir Alle; aber auch beut deutschen Elemente einen breiten Boden in unserem Gotteshause einzuräumen, auch darin stimmten wir Alle zusammen. Es wurde der Messiastehre ihre hohe Bedeutung in den Gebeten einstimmig vindizirt; aber daß die Bitte um Versetzung aus unserem Batertande, eine Bitte, die aus einer Zeit stammt, in welcher jenes nichts als ein düsteres Gefängniß für den Israeliten war, aus bem Gebetbuche gestrichen werde, auch hierüber waren wir einerlei Zinnes. Daß der Gottesdienst vereinfacht werde, ermüdende Wiederholungen wegfallen, darauf trugen wir Alle an; daß die Bitte um Wiederherstellung des Opferdienstes nicht wieder aus unserein Munde tönen soll, das war unser Aller Meinung; aber daß unser Gottesdienst durch Ausscheiden wichtiger und uralter Bestandtheite seinen Grundcharakter vertiere, dem widersetzen wir uns, und Alle stimmten wir dafür, daß daß Band mir unserer erhabenen -Vergangenheit durch erhebende Erinnerungen in unseren Gebeten, in den alten hebräischen sowohl, wie Ln den neuen deutschen, gekrafligr und befestigt werde. Das Borlesen aus der Thora, dieser wichtige Bestandtheil unseres Gottesdienstes, wurde vereinfacht, das alte Institut des (Erktärers) zu wecken beantragt, die deutschen Vorlesungen aus den erhabenen Büchern der Propheten und den belehrenden sonstigen "Schriften der Bibel einstimmig beschlossen, während in Betreff des Rufens zur Thora, in Betreff des Posaunenblasens am Neujahr und des Feststraußes am Hüttenfeste dem Bestehenden sein Recht nicht entzogen wurde. Aber einmürhig haben wir um für die gute Sache erhoben, als von der Zulässigkeit der Orgel die Rede war, und daß dieselbe in unseren Bethäusern durm einen Glaubensbruder an Sabbatb- und Feiertagen gespielt werden darf und soll, haben wir fast einstimmig bejaht. Nach diesen Grundzügen hoffen wir zu Gott, daß wir einen Gottesdienst erteilten werden, welcher, im Bestehenden tief eingewurzelt, bem Zudenthume Ehre und den Gotteshäusern Besucher verschaffen wird, daß nicht vergebens mehr der Ruf Gottes an Feiertagen an uns ertöne: „Sammle das Volk, die Männer und die Frauen und die Jugend/' (Deuter. 51, 12.) Die Frauen betreffend, wurde ibre Stellung im Judenthume wohl gewürdigt unb ein darauf bezüglicher Antrag einer eigenen Kommission" überwiesen. Auch der häuslichen Andacht wurde nicht vergessen, und zur Schaffung von Gebetbüchern für Schttle imd Hans Kommissionen erwählt, denen die Neube- Lebung aller gottesdienstlichen Verhältnisse, wie z. B. das Verfahren bei sterbenden amb verstorbenen Israeliten, anempfohlen wurde. Auf diese Weise, theuere Freunde, wird unserer GlaubensgenoffenschasL durch unsere öffentlichen Verhandlungen, durch die Veröffentlichung unserer Protokolle, durch die fernere öffentliche Besprechung und Durchbrechung der liturgischen Gegenstände in Druckschriften, dadurch , sage ich, wird unseren Glau-