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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1845-01-01 · 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845) · p. Seite 192

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 192 (sequence 261)
Language
German
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IRI
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192 Ephraim Nenbl. kann es ohne Anmaßung sagen, nicht Viele haben so gut gelernt, wie ich, da von Jugend an mein weiser Vater mich darin belehrt, ltnb mancher alte Mann hat sich verwundert über das, was ich geleistet im Studium des Talmud und der Thora." Mit Freude und Stolz sichen Mutter und Tochter auf den schönen jungen Mann. Wohl mochte die Mutter des Kindes Glück, die Tochter die eigene freudige Zukunft sich ausmalen im Geiste; aber des Menschen Hoffnung ist wie die Blüthe, wer weiß ob ein Sturmwind sie in den Staub verwehen wird, oder ob sie erstarken mag zur lieblichen Frucht; des Menschen Glück ist wie der Rauch des Schornsteines, der himmelan steigen, aber auch sich zerstreuen kann auf der dunklen Erde. Es wurde an der Thüre gepocht. Emanuel eilte zu öffnen und ein Schrei des Entzückens hob sich von den Lippen der Frauen, als Ephrainr eintrat. Regina flog an den Hals ihres Vaters und selbst die schwache, kranke Mutter suchte sich aufzurichten. Ephrainr reichte ihr die Hand, die sie freudig drückte; plötzlich rief sie: „Hilf Himmel, was bist du blaß Ephraim!" Auch die Verlobten bemerkten jetzt erst die tiefe Mäße, die über des Vaters Antlitz ausgegossen war, Ephraim aber sagte, indem er die jubelnden kleineren Kinder am Arme nahm: Seid nicht thöricht, was wird's sein! Ich habe viel gearbeitet in der Stadt, denn es war ein gar wichtiges Geschäft, das ich verrichtet, und euch zu liebe habe ich gar vieles gethan, was mir viel Mühe gekostet." Emanuel warf den Frauen einen bedeutungsvollen Blick zu. Diese verstanden ihn und forschten nicht weiter. „Es freuet mich," sagte die Mutter, „daß du heute zur Sabbathfeier zurückgekehrt bist, Gott segne deinen Eingang." „Ja 's ist bald Sabbath," antwortete Ephraim wehmüthig ernst. „Warum sprichst du das so traurig/' fragte das Weib. „Ei, habe ich's traurig gesagt," fragte Ephraim sich zwingend heiter zu scheinen, „nun, dann habe ich's wahrhaftig nicht so gemeint, denn ich bin von ganzer Seele erfreut daß ich euch wieder sehe. Wir wollen den Sabbath fröhlich feiern.

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