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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1845-01-01 · 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845) · p. Seite 155

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 155 (sequence 224)
Language
German
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IRI
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155 Noten. Der herrliche Stoff dieses Gedichtes ist aus einer Stelle im Talmud, (Tractat Ta'anit 23, 2.) die wunderbare Begebenheit ekoin! kamaagals) und im Abulpharage (Geschichte der Dynastien : Hegira 623) geschöpft; jedoch lebt diese Sage unter mancherlei Difformen im Volke, besonders in Polen. (In einem alten jüdischen Denkbuche Warschaus P inkas wird sie wieder ganz anders erzählt.) Wer diese Quellen kennt, wird zu beurtheiten wissen, ob ich mit richtigem Kunstgefühle ihre poetischen Seiten erfaßt, oder vielmehr diese ihr abgewonnen habe. 1) Der jüdische Geistliche, der den Trauungsakt vollzieht, spricht den Segen über das Ehepaar, den Weinbecher in der Hand. 2) Baldachin ist die sogenannte Chupa (ד!ו2ד) Decke, oder Trag- Himmel, unter welchem die Trauung vollzogen wird. In alten Zeiten wurde diese Chupa aus dem umgehauenen Baume gezimmert, der bei der Geburt schon eines der Brautleute nach altem Brauche gepflanzt worden. Im Talmud wird diese Chupa נננא (Gittin 57 a) auch בית נננא (Nedarim 50 b) genannt, von ננן (schirmen) abgeleitet. 3) Es ist noch heut zu Tage bei den Israeliten üblich, am Tage dev Trauung die Gräber der gliebten Verstorbenen zu besuchen, und diesen Akt der Pietät durch eigene Gebete zu feiern. 4) Laut Maimonides (11,3 ,הלכ’ות יסיודי התיורו־י) sind alle Sterne und Sphären (נלגלים) mit Seele und Vernunft begabt, um den Unendlichen in Lobgesängen anzubeten. 5) Der Gebrauch, von den alten Völkern beobachtet, bei verschiedencn feierlichen Anlässen einen Baum zu pflanzen, ist bekannt. Das hier erwähnte Ereigniß kömmt auch in der Wundergeschichte des Chomi hamaagal vor. (Siehe oben.) Die dort vorkommenden bezeichnenden Worte: מקדי חרובא ער עי שני] לא טעין sind treulieh benutzt worden. 6) Unter diesem Tempel ist das sogenannte׳בית welches Lehrnnd Bethaus zugleich ist, zu verstehen. In diesen Lehrhäusevn, deren Gründung bis in die frühesten Zeiten der Urgeschichte hinauf reicht, (man findet im Talmud sogar: בית מדרשו של שם ועבר erwähnt) pflegten die des Studiums des Gesetzes Beflissenen Tag und Nacht, versammelt zu sein. In mehreren ältern jüdischen Gemeinden

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