Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine alte Stimme. 83 Büchern waren die Zanksucht, die Eitelkeit, die Geldgierde nicht selten besser arrgebaut und gepflegt, als Gottesfurcht und Wissenschaft. Sie lernteir um angesteltt zu werden, sie lehrten um des Gewinnes halber, ein Jeder begaffte sich selber und setzte den Kollegen herunter; die Marktschreierei galt mehr als das stille Verdienst, der schölle Prediger verdrängte bcn guten, der Schmeichler den redlichen Mann. Mit unnützen Spitzfindigkeiten wurden einfache Lehren verunstaltet, blos um etwas Neues zu sagen; geistesarme Mänillein schrieben Bücher, für Jedermann unbrauchbar, die sie dell Gönnern ins Haus trugen für ein Goldstück zu ihrer Schmach und zur Schmach ullseres väterlichen Schriftthumes. Entsteht zwischen Familien und unter den Gemeinden Uneinigkeit, so unterhalten sie dieselbe; der Eine streitet für diese, der -Andere für jene Partei, und dann schimpfen sie öffentlich aus einander und vermeiden Alles, was zum Frieden führen könnte. Roher aber noch als Diese, erschien mir ein das Wissen hassender halb gebildeter Pöbel; dünkelvolle Narren, Weise in ihrem Schlafzimmer, die, neiderfüllt gegen Ruhm und achtes Verdienst, ernten möchten, was für diese gesäet ist; sie sehen die tüchtigen Gelehrten, die bei Königen Anerkennung finden, über die Schulter an, ganz wie der königliche Weise (Sp. 22. 29.) es schildert. Aus ihrem Thun ist die Welt gegründet, und was sie in den Schriften der Weisen llichr begreifen, das ist unnütz, was sie aber begreifen, das wußten sie Lällgst. Und nicht Bessere als solche begegneteil mir in Portugal, eine Klasse Hälbgelehrter, die ein Wenig hineingeblickt in verschiedene Bücher, Und ehe sie irgend etwas gelernt, sich in den Orden der Urtheilsfähigkeit aufnehmen ließen. Was gerade irr der Zeit gilt, was Mode ist und viel besprochen, welcher Philosoph und welcher Autoreine Zeit lang beschäftigt, dessen Fahne tragen sie, dessen Ausdrücke studiren sie ein, und dessen Narrheiten posaunen sie aus. Als jüngst in Elvas eine kirchliche Spaltung entstand und einem neuen Lehrer Herzen und Geschenke zuflogen, erhob auch ein Israelit ein Feldgeschrei gegen bestehende heilige Sitten, wollte eirre neue Lehre stiften und sah sich schon von jungen