Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 135)
- Language
- German
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Juden iit Ungarn. 63 gehen ließen. Ja selbst das Wenige, das allenfalls vorhanden ist, wird erst altmälig benützt werden können; indem manche Gemeindevorstände ihre alten Urkunden, Verträge ititb Statuen, (תקנות) die manche belehrende und interessante Daten enthalten, bis zur Stunde noch immer der geschichtlichen Benutzung entziehen, und aus einer unbegreiflichen Aengstlichkeit unzugänglich machen. So spärlich aber auch die Quellen von diesen Seiten fließen, so sind wir doch im Stande, über die Schicksale der Juden in Ungarn, besonders in Betreff ibres Nechtszustandes und ihrer gesetzlichen Stellung, auf die befriedigendste Weise ins Klare zu kommen. Die Hauprquelle ist in dieser Rücksicht das Loi'pus Juris hungarici. in welchem wir auch in Beziehung aus ungarischjüdische Verhältnisse wie in einem treuen Spiegel den Geist der verschiedenen Zeiten, wie er sich in den Gesetzen aufs Sprechendste offenbarte, zu betrachten Gelegenheit haben. Außerdem sind noch verschiedene Notizen. die sich bei T buroez, Bonfin, Bel, Kovachich und Pr an zerstreut finden, mir kritischer Vorsicht zu benützen. Mebr aus diesen, als aus archivarischen Quellen geschöpft ist das, was S ch w a r t n e r und F e n v e s in ihren statistischen Werten über die uirgarischen Juden zusammengestellt haben, und was als Nachtreter derselben Pa lug v av in seinem Werke ,, Megve - rcndszer (Kontitats-Svftenl) , Pesth 1844, die Vorkommnisse der neuesten Zeit aber leider nur zum Th eil berücksichtigend, hierüber gesagt hat. '*) Mancher Ausschluß, •j In einer einleitenden Betrachtung! über die Juden überhaupt,, sagt Hr. Palugyay (§. 36) , daß ״nach den Zeugnissen der jüdischen Jahrbücher der Menschheit das jüdische Volk seit dreißig Jahrhunderten unter den Völkern zerstreut ist. und auf vielfache Weise verfolgt wird/׳ Wie der Herr Verfasser auf diesen Anachronism gerathen, ist fast unbegreiflich. Was namentlich die Verfolgung der Juden betrifft, so darirt sich dieselbe nicht einmal seit vierzehn Jahrhunderten; denn die Leiden unter Hadrian waren Folgen des Aufstandes, und sonst haben sich die Juden im römischen Reiche in den ersten vier Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung recht gut befunden. Wir bitten jedoch den freundlichen Leser,' diesen Irrtluun nicht zum Maßstabe für das ganze palugyaische Werk zu nehmen; cS ist vielmehr dieses Werk für jeden, der die ungarische Komitatsvcrfassung kennen will ein ungemein schätzbares HilfSbuch, das jedenfalls berdiente, durch eine Uebersctzung auch dem deutschen Publikum zugänglich gemacht zu werden.