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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1845-01-01 · 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845) · p. Seite 60

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 60 (sequence 132)
Language
German
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…/2609281-3184082--0933-3185043
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Geschichte der <iö teri die nachbarliche Ansiedlung ihrer Glaubensgenossen theils im Wege der Verschwägerung, theils zum Behufe gemeinschastlicher, gewerblicher Unternehmungen, theils wegen gemeinsamer Verrichtung des Gottesdienstes und der Ausübung mancher religissen Gebräuche, wobei die Anwesenheit von wenigstens zehn religiös-mündigen Personen (ft^-Minjan) erfordert wird. In solchen Kolonien widmete gewöhnlich ein wohlhabender Familienvater ein Zimmer in seiner Wohnung dein gemeinsamen Gottesdienste, eine Gesetzrolte (ספר תורה) zu den liturgischen Vorlesungen und hielt einen Hausrabbi, welcher bei der kleinen Kommune häufig als Vorbeter, Predigerund Gewissensrath fungirte und die reifere Jugend in Bibel und Talmud unterrichtete. Manche den Kultus betreffende Ausgaben, so wie die Unterstützung einheimischer und durchreisender armer Glaubensgenossen, machten nun eine Abgabe nothwendig, welche bald als unmittelbare, bald als mittelbare Steuer oder Spende (צדקה Zdaka, Almosen) erhoben wurde. Der Ankauf eines eigenen Gottesackers wurde nun bald dringendes Bedürsniß, von dessen Befriedigung die Gründung eines ״ Liebe übenden “ Vereines (הברה קדישא׳ גומלי חסדים) dessen Mitglieder bei Kranken, Sterbenden und bei Beerdigungen alte erforderlichen Liebesdienste unbezahlt versahen, unzertrennlich war. Durch die Stiftung eines solchen Vereines war der erste Grund zu einem künftigen Gemeinwesen gelegt*), aus welchem in der Folge weitergebaut wurde. War nähmlich die Zeit ruhig, drohten keine Stürme von Außen und durfte man sich der Hoffnung hingeben, unter obrigkeitlichem Schutze einen bleibenden Wohnsitz gesunden zu haben, so brachte ein Jeglicher nach seinen Kräften willig jedes Opfer, damit eine Svnagoge erbatck und nach dem Zeitgeschmäcke eingerichtet werde, wobei man srerlich in vielen Fällen auch die Freigebigkeit auswärtiger Brüder tu Anspruch nahm. Die Aufnahme eines ordentlichen Rabbiners :) Aus diesem Grunde sind die Chewra-Bücher, wo sich solche erhalten haben, für die Geschichte der einzelnen Gemeinden von besonderer Wichtigkeit. Der Ursprung der Cdewroth über- Haupt ist einer besonderen historischen Untersuchung gewiß nicht unwerth.

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