Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 100)
- Language
- German
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26 Rückblick auf litit und Menschlichkeit gebieten. Viele Ablegaten unterstützten diesen Antrag und äußerten unter Andern:: nachdem nicht nur das Princip selbst schon auf dem vorigen Reichstage ausgesprochen worden, sondern auch bei den Verhandlungen der Circularstände über die Coordination der Städte den Juden das Bürgerrecht erthcilt worden, könne man dieselben hier nicht vom Genuß des Wahlrechtes ausschließen, wenn man sich nicht eine Inkonsequenz zu Schulden kommen lassen, nicht einen Rückschritt thun wolle, *) und wenn man nicht die Vorwürfe einiger Städteäblegaten durch die That rechtfertigen wolle, daß man nämlich bei den Städten in dieser Beziehung leicht erperimentire, aber bei den Komitaten nicht mit gutem Beispiele voran gehen, wolle. Widerlegen wir nun diese Vorwürfe faktisch, bleiben wir konsequent und sagen wir nicht heute weiß und morgen schwarz! -— Diesem Vortrage folgte von Seiten der Deputaten ein vielstimmiges „maradjon" (es bleibe der in Frage stehende Punkt aa des Operats.) Zum Schluffe der Debatte stimmten nur 12 für die Weglassung des Punktes aa, 35 für dessen Beibehaltung, so daß die Sache der Juden abermals eine Niederlage erlitt. Den 13. Jänner überreichte das Präsidium bei der 13.. Circularsitzung eine Petition der sämmtlichen im Vaterlande wohnenden Israeliten, worin dieselben um allgemeine Emancipation bitten. Die Petition wurde der für dergleichen Gegenstände eigens ernannten Kommission zur Begutachtung übergeben. Wiederum erregte in der Reichstagssttzung am 9. Februar der §. 89, vermöge dessen die Juden in den Freistädten das Bürgerrecht erhalten sollen, eine lange Debatte. Die Majorität beharrte auf die Annahme der Bestimmung, in deren Sinne auch nach einer längeren Debatte der Beschluß ausgesprochen wurde, demzufolge die Juden in den k. Freistädten Bürger werden können. 0 Wir können nicht umhin wiederholt auf die Stelle S. 15 im vorigen Iahrggng aufmerksam zu machen, „warum nun diese Inkonsequenz? ff/'