Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 80)
- Language
- German
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6 Rückblick auf lichen Führerrr der Gemeinden berufen sind, ihre Isolirung, der Mangel an jedwedem Vereinigungsmittel, das Zusammentreffen allein in todten Buchstaben, diese verhindern jedes Zusammenwirken, jede Concurrenz der Ansichten, jede freundliche Berührung. Was daher auch für Vorschläge zu gemeinsamen Arbeiten und Werken gemacht werden, sie scheitern an der Mangelhaftigkeit, an der Dürftigkeit der Unterstützung. Nirgends eilt kompaktes Zusammentreten, eine durch Vereinigung imponirende Autorität. Rathlos ist daher die Gesammtheit des Judenthnms, rathlos der Einzelne, der in sich den Drang fühlt, an der Lösung der gemeinsamen Aufgabe nicht blos isolirt zu arbeiten." ״ Das Judenthum ist gegenwärtig nrächtigen Schwankungen ausgesetzt, es sind nicht blos Partheien vorhanden, sondern sie treten immer offener und feindseliger einander gegenüber — noch eine kurze Zeit, und der Bruch ist unheilbar, und es sind Stellungen eingenommen, wo die Ausgleichung unmöglich wird." Als Zweck der Versammlungen ist daselbst angegeben: 1) das Kennenlernen und die Annäherung der jüdischen Geistlichen unter einander) 2) die gemeinsame Anregung in der Führung des Amtes) 3) das gemeinschaftliche Unternehmen allgemeiner Werke und Institute; 4) die gemeinsamen Berathungen über alte israelitischen Angelegenheiten. In einer zweiten Aufforderung vom 18. März wird bemerkt: ״Das Institut der jährlichen Rabbiner-Versammlungen muß frei aus sich heraus erwachsen, sich aus sich selbst entwickeln. Wie jedes Institut muß es sich heranbilden, muß erst in sich erstarken, ehe es zur Blüthe seiner Wirksamkeit gelangen kann. Was ist also die Hauptaufgabe dieser ersten Versammlung? Dem ganzen Institut vorsichtig und besonnen eine gesunde Wurzel zu bereiten. Wodurch kann dies geschehen? Namentlich durch drei Punkte: 1) durch Entwertung und Feststellung feiner Statuten. 2) durch Aneignung einiger praktischen Entwürfe;