Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 214)
- Language
- German
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160 Glühende Kohlen. das bekümmert mich wahrlich wenig. Wart ihr nur auch schon fort bei Eurem säubern Kumpan! Dehmüthig bittend erwarb sich Rodriguez die Erlaubnisi, auf Naphtalis Zurückkunft harren zu dürfen. Aber es verging abermals eine Stunde, und Naphtali erschien nicht. Rodriguez konnte sich dies; nicht entra'thseln. Nie noch hatte ihn Naphtali auf der Wandrung für so lange Zeit verlassen. Die verschiedensten Gedanken durchkreutztennun sein Gehirn.— Sollte vielleicht Naphtali in der Furcht vor Erkennung und schmachvoller Ergreifung entflohen, und es endlich müde geworden sein, für seinen Herrn sich zu opfern? fast wünschte N o d rig u ez diesi; denn, beidem immerregen Bewußtsein seiner Schuld, drückte ihn das wahrhaft außerordentliche Ausharren Naphtalis bei ihm unendlich schwer.— Ja, so sehr er Naphtalis Arm bedurfte, so sehr hielt er fast freudig an der Muthmasiung fest, daß Naphtalis Edelmuth, welchen Rodriguez nimmer ertragen zu können glaubte, endlich gebrochen sei. Da öffnete sich die Thüre und der Vermißte trat freudig und aufgeregt herein, und, auf Rodriguez zu. Ihm aber folgten eine obrigkeitliche Person, und mehre Bewaffnete, die sich ander Thüre aufstellten, um den Ausgang zu versperren. „Wo warst Du, und was bedeutet dieß?" fragte erstaunt und besorgt Rodriguez. „Fragt nicht, mein guter Herr!" erwiederte Naphtali gedampft. „Ich wußte sonst kein Mittel, als dieß, das Ihr wohl errathet!" „Was ist's, was muß geschehen!" rief Rodriguez noch immer nicht errathend aus. „Verlassen mußichEuch!" erwiederte wie früher Naphtali. „Verlassen!" schrie Rodriguez. „Verlassen, Du, Naphtali, mich verlassen!" „Verzeihung!" flehte N a p h t a li: „Aber bedenkt, was