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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1844-01-01 · 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844) · p. Seite 144

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
Date
1844-01-01
Page
Seite 144 (sequence 198)
Language
German
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144 Glühende Kohlen. Ehe sie aber noch durch das alterthümliche Thor des Stäbchens gingen, griff der Altein die Tasche seines faltigen Rockes, und es zeigte sich nun, das; die bedeutend zusammengeschrumpfte Barschaft keineswegs hinreiche, um Beiden die ersehnten Genüsse eines Nachtlagers zu gewähren._ Zaghaft wandten sie sich darum an den feisten Wirth der ersten sich ihnen darstellende Herberge, und schon dieser erste Versuch, in dem ihnen gänzlich fremden Städtchen, war kein erfreulicher; denn der angeredete Wirth war unmenschlich genug, den sichtbar kranken, alten Mann und dessen Begleiter kurz abzuweisen, weil er es den beiden Fremdlingen gleich auf den ersten Blick ansah, das; es mit ihrer Börse nicht gar weit her sein dürfte, zu welcher Erkenntnis; aber eben kein sehr geübtes Auge gehörte, da das Costüme der beiden Wanderer von dem Geschicke seiner Besitzer eben keine erfreuliche Kunde zu geben im Stande war. Schon wollte der arme, alte Mann im zum Herzen dringenden Tone der Wehmuth dem abwehrenden Wirthe eine Schilderung seiner drückenden Lage liefern, schon hob er die Hände wie ein um Almosen Flehender auf, da hinderte ihn Naphtali durch eine rasche Bewegung daran, und eine, an seidener Schnur um seinen Hals hängende Goldmünze herabnehmend, reichte er sie dem überraschten Wirthe hin. „Was thustDu?" fragteNaph talis Gefährte erstaunt und vorwurfsvoll. „Das letzte Andenken an Deine tobte Mutter gibst Du hin? Naphtali!" Dieser aber blickte den Sprechenden mit einem Blicke an, in welchem der schwere Kampf, den ihm die rasche Trennung von dem theuern Andenken verursachte, deutlich genug zu lesen war, und als endlich der Wirth, der sich auf Goldsachen ziemlich zu verstehen schien, dieGoldmünze, trotz ihres fremdländischen Gepräges, gegen Entrichtung, ohne Zweifel des halben Werthes an sich zu bringen geneigt war, da ergriff Naphtali noch einmaldas so lange aufbewahrte Souvenir, und es wehmuthsvoll betrachtend, drückteer einen Kuß darauf, und händigte dann rasch dem freundlicher gewordenen Wirthe

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