Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 166)
- Language
- German
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der jüdischen Feste. 109 nung (so wie gegenseitig des Entschlusses) sich seinem Willen zu unterwerfen, sich ihm anzuschließen, mit ihm das Jahr zu beginnen. Die Erinnerungen, die an den Jahreswechsel sich knüpfen mit den wechselnden Empfindungen, die dadurch geweckt werden, sollen sämmtlich in innige Anbetung und vertrauenvolle Ergebung sich auflösen, die dem religiösen Gemüthe im Moment einer inneren Aufregung Lust und Bedürfniß sind. Das Alles ist aber von Angst und Zittern noch weit entfernt und verträgt sich gar wohl mit der hehren Freude an und vor Gott. Esra und Nehemja riefen daher am Neujahre dem tief erschütterten und in Thränen zerfließenden Volke zu: Dieser Tag ist heilig dem Ewigen eurem Gotte, trauert nicht und weinet nicht! und ferner: Gehet, esset Fettes und trinket Würziges, und sendet dem Gaben, dem nichts bereitet worden, denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn; und betrübet euch nicht, sondern die Freude am Herrn sei eure Schutzwehr (Neh. 8, 9,10.). Diese deutlichen Worte der eifrigen Wiederherstellerder LehreMose's bedürfen keines Kommentars, und überheben uns jedes weitern Beweises. Der Versöhnungstag endlich, an dem Kasteiung geboten, der Erkenntniß und Bekenntniß der begangenen Sünden zur Bedingung seiner Gaben macht, berührt zwar etwas unsanft das sinnliche Leben, und will eine Erschütterung und Zerknirschung der inneren Menschen Hervorrufen; allein Furcht und Schrecken sind darum noch keineswegs die ihm eigenthümlichen Attribute. Es ist ja ein Tag der Gnade und des Erbarmens, der das wahrhaft Furchtbare und Schreckliche — die Sünde — wegschaffen, und dem Reumüthigen Erleichterung, Sühne und Verzeihung vom Allbarmherzigen verschaffen soll. Trotz des heiligen Schauers, den er einflößt, winkt er uns freundlich zu sich, uns das Höchste versprechend, das wir im Bewußsein unserer Schuld vor Gott uns wünschen können. Er wird daher auch in der Synagoge, wie jeder Festtag, mit dem Gruß empfangen, „Gepriesen seiest