Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 164)
- Language
- German
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107 der jüdischen Feste. פודים und שמחת תורה• Wie hätte man sonst sich selbst vergessen und der Fröhlichkeit wenigstens die Außenseite, das obschon fratzenhafte Spiegelbild abgewinnen sollen? Ueber jene Jammerperiode sind wir nun. Dank dem Höchsten, ziemlich lange hinaus, ohne daß die Eindrücke derselben geschwunden waren, die vielmehr eben darin desto komischere und widerlichere Contraste Hervorrufen. Um diese Behauptung wahr zu finden, darf man nur am Fast- und Trauertage des neunten Ab in eine Synagoge sich begeben, die dem reformirenden Zeitgeiste widerstanden, und den klaglichen Anblick des Ganzen mit dem an Purim erinnernden Treiben der jungen Leute vergleichen. Man wage noch die Nothwendigkeit einer zeitgemäßem Durchbildung des Synagogenlebens in Abrede zu stellen! Wir sind aber noch weiter, wir haben ein neues Stadium unserer Entwickelung zurückgelegt. Wir haben die glückliche Veränderung unserer Verhältnisse nicht bloß erlebt, sondern uns auch klar zum Bewußtsein gebracht, um damit unsere Aufgabe und Bestimmung als Menschen und Israeliten in Einklang zu bringen. Ein frisches, reges Leben durchdringt die Synagoge und deren Glieder, und treibt zu neuer Thätigkeit; rüstige Thätigkeit aber verscheucht die dumpfe Schwermuth, erzeugt Muth und Frohsinn, der heiligen Ernst keineswegs ausschließt. So viel uns auch noch abgehet, so gerechte Wünsche unsere Brust noch birgt, wir sind der freudigen Erhebung fähig; der Rückblick in die Vergangenheit muß uns mit freudigem Glauben so wie der Vorblick in die Zukunft, an der wir zu. arbeiten berufen sind, mit freudiger Hoffnung erfüllen. Jetzt ist es wieder an der Zeit, die Aufforderung zu erneuern: Dienet dem Herrn mit Freude, erscheinet vor ihm mit Jubelgesang! (Ps. 100, 2.) Jedenfalls soll in diesem Tone die Feier unserer Feste, unsere festliche Gottesverehrung eingeleitet werden. Daß dies; von den drei ehemaligen Wallfahrtsfesten עלש וג{|יםו] Peßach, Schebuoth und Succoth ohne Einschränkung gilt, leuchtet wohl von selbst ein. Sie sind in