Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 127)
- Language
- German
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66 Rückblick auf des Gottesdienstes u. s. w., die aber mit großer Stimmenmehrheit zurückgewiesen wurden. Auf dem politischen Gebiete interessirte aus England nur folgender Vorfall. In der City fand die Wahl eines Parlamentsmitgliedes statt. Die Juden haben in der City an 1000 Wähler, und da sie sämmtlich für ein liberales Mitglied stimmen, so hatte die torystische Behörde den Abstimmungstag auf einen Sonnabend bestimmt, um die Juden zu verhindern mitzustimmen, wodurch unfehlbar der liberale Candidat durchgefallen wäre. Dieses Manoeuvre erweckte allgemeines Mißfallen, und da die Juden theits sich nicht abhalten ließen, theils nach Sonnenuntergang (es war im Oktober) ihre Stimmen abgaben: so erhielt der liberale Deputirte eine Majorität von 202 Stimmen auf 12000.— Als ein großer Verlust für die englischen Israeliten haben wir den Tod des Herzogs von S ussex zu beklagen, der stets eifrigst für sie wirkte, und Präsident mehrerer jüdischen Wohlthätigkeits- Jnstitute war. — Von den nordischen Reichen haben wir diesmal nur Dänemarkzu berühren. Abgesehen davon, daß auch dieser Staat fortfährt, durch Anstellung von Israeliten im Staatsdienste seine Gesinnung kund zu thun, wurde im verfl. Jahre durch ein Gesetz der alte, abschreckende Judeneid abgeschafft, und eine der Zeit angemessene Form bestimmt. Der Eid wird im Gerichte in Gegenwart eines jüdischen Geistlichen geleistet. Unter der Vereidigung soll der Schwörende, mit Ausnahme unverheiratheter Frauenzimmer, mit bedecktem Haupte stehen. Der Eid wird geleistet nach den, der jetzigen Anordnung beigefügten Formeln, und während der Beeidigung soll dem Schwörenden ein in hebräischer Sprache gedruckter Pentateuch, welcher geöffnet, und worin die Stelle 20, 7. im zweiten B. M. aufgeschlagen ist, vorliegen, und auf welcher derselbe, während er seine linke Hand in die Höhe hebt, seine rechte Hand so hält, daß er mit dem Finger auf die Worte: „Johowah Etohecha" deutet. Die Vereidi-