Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 119)
- Language
- German
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58 Rückblick auf Ghetto Christen miethen. 8. Kein Hebräer, weder Mann noch Frau, darf Christenhäuser besuchen, oder vertrauten Umgang mit Christenmännern oder Christenfrauen unterhalten. 9. Die Gesetze über das von den Hebräern auf Reisen außerhalb des Ghetto in andern Theilen des Staats zu beobachtende Dekorum sind aufrecht zu erhalten. 10. Allen Hebräern ist ausdrücklich verboten, mitKirchengeräthen oder Kirchenbüchern irgend einer Art Handel zu treiben, und verbotene Bücher irgend einer Art zu kaufen, zu lesen oder aufzubewahren, bei Strafe von 10V Skudi und sieben Jahre Gefängniß, und wer dergleichen Sachen im Besitze hat, muß sie bei gleicher Strafe der heiligen Inquisition überliefern. 11. Bei Begrabung ihrer Todten sollen die Hebräer keinerlei Pomp oder Aufwand machen, sich besonders des Singens von Psalmen oder des Tragens von Fakeln durch die Straßen außerhalb des Ghetto enthalten, beiKonfiskation solcher Dinge und andern Strafen, welche die nächsten Anverwandten des Verstorbenen treffen. Diese Verordnung ist in der Synagoge vorzulesen, und dort anzuschlagen, worauf angenommen wird, daß sie Jedem, der ins Ghette gehört, bekannt sei. Gegeben zu Ankona in der Kanzlei der heiligen Jnquisitionam S4 Juni." Man konnte sich bei einem solchen Wiederaufleben mittelalterlicher Beschränkungen, die z. B. allen Kommerz den Juden unmöglich gemacht hätten, und doch sind diese die einzigen Kaufleute im Kirchenstaate, nicht beruhigen; man verwandte sich von verschiedenen Seiten bei Sr. Heiligkeitnamentlich geschah dies vom Rothschild'schen Hause; und so wurde im September die Verordnung durch einen Befehl von Rom wieder suspendirt, und der Zustand, wie vor dem Erlaß des Edikts hergestellt. — Sind wir hiermit von dem schweren, drückenden Alp, der im Osten auf unseren Glaubensgenossen lastet, befreit, und wenden wir uns fröhlicheren Sinnes nach dem Westen: so bietet uns selbst die Schweiz im verflossenen Jahre einige