Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2609281-3184080--0586-3184695- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
düs Jahr 1843. 47 Außerdem brachte eine neue Synagogenordnung den Gottesdienst auf eine höhere Stufe. Eine Petition der israelitischen Gemeinden und Verbesserung ihrer bürgerlichen Verhältnisse wurde hingegen von der Landesregierung zurückgewiesen, weil ein Erfolg bei den Ständen noch nicht zu erwarten wäre.— Auch die Schleswig-Holsteinsche Regierung hat Manches für das israelitische Schulwesen gethan. _In Hamburg wurde das 25jährige Jubiläum des Tempels, so wie die Einweihung des großen Heine'schen Krankenhauses feierlich begangen. — Also bietet uns Deutschland auch in Beziehung der Israeliten ein mannigfaltiges Bild der verschiedenartigsten Bestrebungen, Ansichten und Richtungen, daß man kaum Etwas als die vorherrschende Stimmung bezeichnen könnte. Treten wir nun aus den Grenzen unsers, ob auch zerrissenen, doch schönen und reichen Vaterlandes heraus: so wenden wir zuerst einen trüben, ernsten Blick auf den Osten. Kaum war jenes ein unglücklicheres Jahr, als die Blutlüge zu Damask entstand, für unsere Glaubensgenossen, als das Jahr 1813. Denn da galt es mit den Waffen der Wahrheit die Lüge und das Vorurtheil zu bekämpfen. Hier aber schwebt das traurigste Geschick über Hunderttausende, und es ist uns nichts gewahrer, als Klage und verzweifelndes Mitgefühl. — Die im vorhergehenden Jahre beschlossene Rabbinercommission zu Petersburg trat im April zusammen. Sie bestand aus Sr. Ercellenz dem wirkl Staatsrath von Wontschenko, dem Kolegienrathe von Duk st adu kschn iski, Ministerial- Lommissär Dr. Lilienthal, Kollegienassessor Kusuezow und den Rabinen I itzch ak I itzcha ki, Mendel Schneyersohn, Direktor Stern, Banquier Heilpern. Die Sitzungen fanden statt bis zum 27. August, wo sie geschlossen wurden, die Resultate wurden zu höherer Berathung vorgelegt, doch ward von deren Inhalte Nichts bekannt. — Da erschien ein am 20. April von Sr. Majestät ausgeferrigter Ukas, der alle Juden 50 Werste von der preußischen und österreichischen Grenze verbannte; alle Juden, so-