Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 94)
- Language
- German
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das Jahr 1843. 33 „Es ist uns von einem der Redner die Lehre angeboten worden, daß die innige Verschmelzung, welche der Unterjochung eines Volkes durch ein anderes zu folgen pflege, hinsichtlich der Juden nicht eingetreten sei. Wann und wie eine solche Verschmelzung eintritt, daß es nicht unbedingt und ohne Schmerzen geschieht, sagen uns viele Beispiele. Wir sehen unter unseren Augen den Prozeß der Verschmelzung der Polen und Russen vor sich gehen; wir sahen unter unseren Augen den Erfolg des Versuchs der Verschmelzung der französischen und deutschen Nation, und wir können der Geschichte die Lehre entnehmen, daß die Verschmelzung nur da einrrete, wo die Unterjochung vollständig undunzweifelhaft geworden ist. So wie nun die Unterjochung der jüdischen Nation in größter Vollständigkeit erreicht worden ist, so läßt sich auch keineswegs Nachweisen, daß die erforderliche Verschmelzung mit den Völkern der von ihnen bewohnten Länder nicht eingetreten sei. Sehen wir nach den Merkmalen, wodurch die Nationalität zu erkennen ist, so tritt uns als wichtigstes dieser Merkmale die Sprache entgegen und zugleich die Wahrnehmung, daß die Juden überall die Sprache des Landes reden, in welchem sie wohnen, die deutschen deutsch, die polnischen polnisch, die französischen französisch. Ein anderes Merkmal der Nationalität ist die Bereitwilligkeit, seine Dienste dem Vaterlande zu widmen, und wenn nur einerseits in vielen Ländern die Dienste der Juden dem Gemeinwohl deshalb nicht gewidmet sind, weil man sie verschmäht, weil man sie anzunehmen verbietet, so haben andrerseits mehrere Redner angeführt, daß in denjenigen Ländern wo ein solches Verbot aufgehoben worden, die ausgezeichneten Juden mit den ausgezeichneten Christen im Dienste für das Vaterland in allen Zweigen der öffentlichen Angelegenheiten wetteifern. Ein drittes Merkmal scheint einem der Redner ganz unwesentlich, nämlich dasjenige, daß die Juden in den von ihnen bewohnten Ländern mit den Christen und in gleichem Maße zu den Staatsbedürfnissen beitragen; ich muß jedoch gestehen, daß ich dieses Merkmal nicht für so ganz unbedeutend ansehen kann. z.