Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 79)
- Language
- German
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'18 Rückblick auf rnals Dienenden unter Bedingungen angab, unter welchen sie nur gering erscheinen konnte. Ganz im Gegensätze nahm die Entwicklung der Einflüsse, die auf die Gestattung des neuen, zu erwartenden Gesetzes wirken sollten, den glänzendsten Verlauf, und ward so zu einem Volkszeugnisse für die Juden, wie es kaum noch einmal in der Geschichte der letzteren vorhanden ist. Bei den Posen er Provinzialständen war ein Antrag, den Juden die bürgerlichen Rechte im vollen Sinne des Wortes zu gewähren, der Berathung des künftigen Landtages Vorbehalten worden, „da die Zeit nicht mehr hinreichte, diesen wichtigen Gegenstand zu erörtern." Sobald aber der rheinische Landtag eröffnet worden, begann die Angelegenheit der Israeliten die volle Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen. Wir haben hier eine Vorbereitung, die Verhandlungen der Stände und die unmittelbaren Folgen zu unterscheiden. Zuerst richteten die Bürger der Städte Saarbrücken, St. Johann und Umgegend eine Petition um bürgerliche Gleichstellung der Bekenner des mosaischen Glaubens an den Landtag der Rhein-Provinz; es hieß darin: „Wir finden die Verkümmerung der Rechte eines Theils der Bevölkerung, um seiner religiösen Überzeugungen Willen, mit der fortgeschrittenen Bildung unserer Zeit, zumal aber mit dem Geiste des Christenthums selbst, in grellem Widerspruche. Wir verkennen nicht, daß der Druck früherer finsterer Jahrhunderte noch heute mehr oder weniger in seinen unseligen Folgen auf diesem unglücklichen, mit geistigen und physischen Anlagen so reich ausgestatteten Volksstamme fortwirkr, daß Sitten und Gewohnheiten darin heimisch geworden sind, deren allmälige Auflösung wünschenswerrh erscheinen muß." „Allein wir sehen das Mittel zur Heilung nicht in einer Fortsetzung des Druckes, sondern in dessen Aufhebung, in der Gleichstellung an Rechten, mit uns selbst, denen sie in Lasten gleichstehen." Dieser folgte eine Petition der Stadt Köln, sie verlangte „die Gleichstellung derselben in ihren bürgerlichen Rech-