Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 68)
- Language
- German
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das Jahr 1843. 7 wie und auf welche Art die sämmtlichen Nebeneinkünfte der Rabbiner zu reguliren wären, für welche Verrichtungen sie eine Gebühr verlangen dürfen, wie hoch sich dieselbe zu belaufen harre, endlich welche Funktionen sie unentgeldlich verrichten sollten, um über die .lura slola bei den Israeliten ein gleichmäßiges Gesetz zu erlassen. Ferner wurden höhern Orts Vorschläge zur Modisicirung der Judensteuer - Erhebung, deren gegenwärtige Art und Weise viele unmoralische Seiten hat, entgegengenommen. Auf die Vorstellung des vr. W. Wessely, daß die christlichen Hörer der Philosophie auf der Universität zu Prag zugleich Religionsvorträge hören müssen, die die jüdischen Jünglinge derselben bis jetzt entbehren, wurde derselbe als Religionslehrer bei ihr angestellt— Zu erwähnen ist als ein segensreiches Werk, daß im Oktober 1842 zu Jungbunztau die erste vereinigte hebräischdeutsche Schule im Königreich Böhmen mit 170 Schülern eröffnet, und im Februar d. I. die erste Prüfung bei erfreulichsten Resultaten abgehalten wurde. Nicht minder, daß auch in Böhmen immer öfter und glänzender Züge der Humanität unter den verschiedenen Religionspartheien hervortreten. So nahm sich Herr Wenzel Davidik, Amtsdirektor und Justiziar zu Lieben unweit Prag, des verfallenen Kultus-und Schulwesens der dortigen Gemeinde auf's Kräftigste an, und brachte durch eigene Geschenke und eifrige Bemühungen bei Andern ein Kapital zusammen, um ein neues Synagogen - und Schulgebäude Herstellen zu können; so hat der Herr Graf Cajetan von Berchem--H ai mhausen durch einen bedeutenden Beitrag den Gemeinden auf seiner Herrschaft einen wissenschaftlich gebildeten Rabbiner bestellt und eine öffentliche Schule hevorgerufen. Im Gegentheil verzichtete der jüdische Lehramtskandidat Schüller, als ihm bei der Prüfung der Musterhauptschule zu Prag, das Prinz Rohan'sche Stipendium von 200 fl. C. M. zugesprochen worden, zu Gunsten eines bedürftigen christlichen Kollegen auf dasselbe. Gewiß erfreut sich jeder Menschenfreund mit uns solcherZüge,