Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 216)
- Language
- German
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226 II. Einst rang der König wieder mit seinem Mißgeschick, Die Königin, die milde, mit feuchtverklärtem Blick, Durch Thränenflimmer schauet ihr Aug' zu ihm empor, Den wilden, irren Reden lauscht ängstlich bang ihr Ohr. Und Mich al, ihre Tochter, an süßer Anmuth reich, Sie sitzt dem Throne nahe, so lieblich — doch so bleich, Sie trägt des Vaters Leiden, mitleidend, liebevoll, Sie lauscht dem schönen Sänger, der nun beginnen soll. Doch David schweigt und sinnet — sein wallend gold'nes Haar Er schüttelt es zurücke, es blitzt sein Augenpaar, Die Bilder der Geschichte sie schweben ihm heran, Es künden die Accorde des Liedes Nähe an. Es sinnt der fromme Sänger, als prüf er seine Wahl, Als such' ein heilsam Lied er aus seiner Lieder Zahl, Die königliche Jungfrau blickt auf und athmet kaum, — Es fand in ihrem Herzen auch stille Liebe Raum. Der König, wie ergriffen, horcht stille, heiter fast, Da schon die ersten Töne erleichtert seine Last; Nun Hub der schöne Sänger die Mähre an sofort, Begeisterung der Wahrheit gab Seele seinem Wort: „Wer sind die jungen Krieger, die in des Waldes Nacht In stiller Trauer brüten, nach ausgetobter Schlacht? Viel junge Helden sind es, sie irren heimathlos, Sie trauern nicht ob eignem, ob ihres Stammes Loos." Denn ihres Heeres Kräfte hat trunkner Sieg gelähmt! — Wird ein Besiegter Sieger, so tobt er ungezähmt! — Ihr Stamm ist todt, gefallen von blut'gem Brudermord, Und was das Schwert verschonet, verbannet nun das Wort: